Ich muss wohl reisen nach Asien

Bezüglich dem Syrisch in der Phonetikglossar App auf dem HiPi-C

Mit Shoutouts an den zweiten nach Petrus: Sankt Clemens
Inhalt der Homilien oder Clementinen. 1
Den Homilien, auch vorzugsweise Clementinen genannt, sind drei Prologe vorausgesandt: 1) ein Brief des Apostels Petrus an Jacobus, worin er denselben beschwört, nach dem Vorgange des Moses, der den Offenbarungs-Inhalt nur 70 bewährten Männern überliefert habe, auch die von ihm übersandten Lehren keinem Heiden, auch nicht einem Jeden von seinem Volke, sondern nur wenigen erprobten Männern anzuvertrauen, damit dieselben nicht wie die Schriften des alten Testamentes durch Fälschungen und unrichtige Auslegungen verunstaltet werden; 2) ein Bericht S. 101Beschwörung für Diejenigen, welche das Buch (des Petrus) erhalten, genannt, nachwelchem Jacobus, der Bitte des Petrus willfahrend, die Priester versammelt und ihnen die Beschwörungsformel vorschreibt, welche Jene sagen müssen, die in Zukunft das ihm von Petrus zugeschickte Lehrbuch erhalten sollen; 3) ein Brief des Clemens an Jacobus, worin diesem Clemens den Tod des Petrus, seine Einsetzung durch denselben als Bischof von Rom meldet und endlich des ihm von Petrus gewordenen Auftrages hauptsächlichsten Inhalt seiner (des Petrus) auf den verschiedenen Reisen gehaltenen Lehrvorträge dem Jacobus zu berichten, erwähnt.2 Hieran schließt sich unmittelbar die Mittheilung derselben in den zwanzig3Homilien an, die gleichfalls in Form eines Briefes von Clemens verfaßt und überschrieben sind: Clemens’ Auszug der Reisepredigten des Petrus; deren Inhalt ist (mit Ausnahme des darin entwickelten Lehrbegriffes, welcher der bessern Übersicht wegen getrennt dargestellt wird) folgender:
Clemens, ein römischer Bürger, lebt in Folge seiner ernsten und düstern Gemüthsstimmung als Jüngling rein und mäßig; vergebens sucht er auf die stets in seinem innern wiederkehrende Frage: ob es ein Leben nach dem Tode gebe, in den Schulen der Philosophen befriedigende Aufklärung; schon will er nach Ägypten reisen, um sich daselbst bei einem Necromanten durch einen zum Leben zurückgerufenen Todten über die Unsterblichkeit der Seele belehren zu lassen, was ihm jedoch ein Freund als sündhaft und schädlich abräth. Da faßt er auf die in Rom von einem Manne geschehene bestimmte Verkündigung, der Sohn Gottes sei in Judäa erschienen und verheisse Jedem das ewige Le- S. 102 ben, der den Willen des Vaters thue, den Entschluß, nach Judäa zu reisen (hom. I. 1—8.). Allein durch ungünstige Winde wird Clemens nach Alerandrien verschlagen, wo er den Barnabas hört und kennen lernt; dieser reiset nach einigen Tagen nach Judäa ab, Clemens ihm später nach und wird in Cäsarea-Stratonis von Barnabas bei Petrus eingeführt; diesem offenbarte er seine Zweifel, wird von ihm in den Grundlehren des Christenthums belehrt und beschließt, von der Wahrheit derselben überzeugt, beständig bei Petrus zu bleiben, der ihm auch mittheilt, daß er morgen mit dem Magier Simon disputiren werde (hom. I. 17—21.) Am folgenden Morgen setzt Petrus den Unterricht des Clmens fort; dieser erfährt sodann von Aquila und Nicetas, zwei angenommenen Kindern der Syrophönicierin Justa (derselben, deren Tochter Christus von einer schweren Krankheit geheilt hatte), welche, mit Simon zusammen erzogen und Anfangs befreundet, später zur christlichen Religion bekehrt wurden und jetzt zu den beständigen Begleitern Petrus gehörten (hom. II. 1—21), über den Magier Simon Folgendes: Simon sei aus Gitthä in Samarien gebürtig seine Eltern seien Antonius und Rachel gewesen. Jn Alexandrien habe er die Magie gelernt, sei dann der bewährteste von den 30 Schülern Johannes des Täufers gewesen, nach dessen Tode er sich durch List zu deren Meister gemacht habe; hierauf habe er sich mit der Helena vermählt, die er für die Allmutter, die Substanz und Weisheit ausgegeben wie er sich selbst für eine Incarnation der höchsten Kraft gehalten wissen wollte; durch seine mit Hilfe der Magie gewirkten Wunder gewann er sehr viele Anhänger; da er endlich sogar einen Mord beging, trennten fich Aquila und Nicetas von ihm. Es folgt eine Belehrung, welche Petrus dem Clemens über Simon und sein Verhältniß zu diesem ertheilt (hom. II. 22—34), während welcher Zachäus mit der Nachricht kommt, daß Simon die Disputation auf den folgenden Tag verschoben habe; unterdessen theilt Petrus dem Clemens den Gegenstand der Disputation mit und stärkt ihn für dieselbe (hom. II. 35—53). Am folgenden Morgen S. 103 wird Petrus von Clemens und den Übrigen im Gebete gefunden, die gestrige Unterredung fortgesetzt, bis Zachäus meldet, daß Alles zur Disputation bereitet sei, zu welcher Petrus sich durch ein Gebet stärket, welchem der noch nicht getaufte Clemens nicht beiwohnen darf. Die Disputation dauert drei volle Tage; Simon wird überwunden und flieht am vierten Morgen nach Tyrus in Phönizien, wohin ihm Petrus nach einiger Zeit nachfolgt, nachdem er zuvor den Zachäus zum Bischof von Cäsarea eingesetzt, Viele getauft und den Clemens, Aquila und Nicetas nach Tyrus vorausgeschickt hatte, um von ihnen über das Treiben des Magiers Bericht zu erhalten (hom. III. 1—73). Diese kehren nach dem Befehle des Petrus in Tyrus bei Berenice, der Tochter ihrer Adoptivmutter Justa, ein und erfahren von dieser, daß Simon wegen seiner vielen und großen Wunder vom Volke für einen Gott gehalten werde und er seine Gegner bei Gelegenheit eines von ihm gegebenen Gastmahles mit mancherlei Krankheiten behaftet habe; daher mögen sie vor der Ankunft des Petrus Nichts gegen Simon unterneh^ (hom. IV. 1—6). Am folgenden Morgen aber erhalten sie die unerwartete Nachricht, daß Simon plötzlich von Tyrus nach Sidon abgereist sei und von seinen Schülern nur den alexandrinischen Grammatiker Apion, den Astrologen Annubion und den Epicuräer Athenodorus zurückgelassen habe, was sie sogleich dem Petrus berichten. In der Stadt begegnen sie hierauf jene früher erwähnten Schüler des Simon, von denen Apion mit Clemens, den er von Rom her kannte, ein Gespräch anknüpft. Dasselbe wird bald auf religiöse Gegenstände gelenkt und in den Gärten eines reichen Freundes von Apion fortgesetzt; in demselben erklärt Clemens den Unterschied zwischen Gewohnheit und Wahreit und führt durch, daß das Heidenthum in seinen verschiedenen Gestaltungen eine Religion der Unsittlichkeit sei. (hom. IV. 6—25). Dieß beweist Clemens bei der am folgenden Tage fortgesetzten Unterredung, welcher Apion, angeblich krank, nicht beiwohnte, durch einen bestimmten Fall seinen eigenen Erlebnissen. Als er nämlich zu Rom S. 104 in Folge seiner düstern Gemüthsstimmung krank geworden, besuchte ihn Apion, dem er auf die Frage nach der Ursache der Krankheit, weil er den wahren Grund der Krankheit dem Manne, welcher das Judenthum auf das heftigste haßten, nicht sagen mochte, eine leidenschaftliche Liebe für ein Mädchen angab. Sein Anerbieten, Clemens durch magische Mittel in ihren Besitz zu setzen, entschieden abweisend, willigte er in seinen Vorschlag ein, sie brieflich zu überreden, sich ihm hinzugeben. Noch in derselben Nacht verfaßte Apio eine Schrift „das Lob der Unzucht” und übergab sie Clemens zur Besorgung an das Mädchen. Diesen Brief theilte nun Clemens den Anwesenden mit, in welchem Apion jenes Mädchen mit Hinweis auf das Beispiel und den Willen der Götter auffordert, sich ohne Bedenken den Lüsten hinzugeben; hierauf liest Clemens jenes Schreiben vor, welches er unter dem Namen jenes erdichteten Mädchens als Antwort verfaßt und dem Apion gegeben hatte, in dem dasselbe mit Abscheu jene Aufforderung zurückweist, jene vermeintlichen Götter Magier und Tyrannen nennt und sagt, sie habe von einem Juden gelernt, was Gott wohlgefällig sei. Dadurch wird Apion in seinem Hasse gegen die Juden bestärkt, verließ aber, nachdem ihm Clemens die Wahrheit entdeckt hatte, sogleich Rom, und heute sehe ihn Clemens seither zum ersten Mal; darauf gehen Alle nach Apions Haus und setzen daselbst das Gespräch über das Heidenthum fort (hom. V. 1—30). Am nächsten Tage sucht Apion, dem seine Genossen die Erzählung des Clemens mitgetheilt hatten, das Heidenthum zu vertheidigen, indem er vorgibt, jene Schandthaten der Götter seien nur Mythen, deren wahrer Sinn nur durch allegorische Deutung aufgeschlossen werde, die er und später auch Clemens ausführt; aber auch diese Ansicht verwirft Clemens und erklärt die Dämonen für die Urheber des Götzendienstes. Während Clemens noch redet, kommt Petrus von Cäsarea an. Apion mit Annubion und Athenodorus entfernen sich, die Übrigen gehen ihm entgegen und erzählen ihm das Vorgefallene, worauf Petrus den Clemens wegen seiner Reden und Thaten belobt (hom. VI. 1—26). Die wenigen Tage S. 105 seines Aufenthaltes in Tyrus benützt Petrus zur Belehrung des Volkes in den Hauptlehren des Christenthums; Viele werden belehrt und getauft; nachdem Petrus einen seiner Begleiter zum Bischofe eingesetzt, eilt er dem Simon nach Sidon nach (hom. VII. 1—5). Jener aber flieht vor Petrus von Sidon nach Berytus, von wo Petrus, nachdem er gleichfalls in wenigen Tagen Viele bekehrt und kirchliche Anordnungen getroffen hat, dem Magier nach Berytus folgt (hom. 7, 5—8). Daselbst will Simon ein gerade bei der Ankunft entstandenes Erdbeben benutzen, um das Volk gegen ihn zu hetzen. Petrus aber überredet das Volk, den Simon zu meiden, worauf dieser mit seinem Anhang aus der Stad hinausgetrieben wird. Petrus kündigt sich als den Schüler des wahren Propheten an, heilt durch sein Gebet sehr viele Kranke und gewinnt viele Anhänger; von Berytus eilt er nach wenigen Tagen nach Byblus, und da er hier den Magier nicht mehr trifft, folgt er ihm sogleich nach Tripolis (hom. VII. 9—12). Eine große Menge aus Tyrus, Berytus und Byblus folgt dem Petrus nach Tripolis, wo er mit seinen engeren Freunden im Hause des Maroon einkehrt. Hier nun entwickelt Petruse um den schädlichen Einfluß des Simon zu vertilgen, seine Lehre von der Schändlichkeit des Heidenthums und fordert zur Verehrung des e i n e n Gottes auf, wodurch allein sie hienieden vor dem Einflüsse der Dämonen, jenseits vor den ewigen Strafen verschont bleiben würden; drei Monate setzt Petrus seine Predigten in Tripolis fort, während welcher er alle Kranke heilt und Viele für seine Lehre gewinnt (hom. X. 1—26; XI. 1—34); gegen das Ende dieser Zeit erfolgt die Taufe des Clemens. Nachdem Petrus das Volk nochmals vor Irrlehren gewarnt, schickt er einige seiner Anhänger nach Antiochien in Syrien voraus, setzt den Maroon zum Bischofe ein, erwählt Priester und Diakonen und reist dann selbst Antiochien (hom. XI. 35, 36). Am ersten Tage gelangen sie nach Orthosia; von hier schickt Petrus den Aquila und Nicetas mit einigen Anderen nach Laodicea und verspricht, ihnen in zwei oder drei Tagen nachkommen zu wol- S. 106 len; hierauf begibt er sich nach Antaradus. Eine zufällige Äusserung des Clemens veranlaßt Petrus, diesen um seine Familienverhältnisse zu fragen, worauf ihm Clemens Folgendes erzählt: Meine Eltern, und Matthidia, der kaiserlichen Familie verwandt, hatten ausser mir noch zwei ältere Söhne, Gleich nach meiner Geburt mußte meine Mutter, wie mir mein Vater später mittheilte, Rom mit meinen beiden älteren Brüdern auf zehn Jahre verlassen und nach Athen gehen. Als aber mein Vater lange gar Nichts von ihnen vernahm und endlich erfuhr, daß sie gar nicht in Athen angekommen waren, enschloß er sich, selbst auf Reisen zu gehen und sie aufzusuchen. Seit dieser Zeit — ich war damals zwölf Jahre alt — habe ich nie wieder Etwas weder von meinem Vater noch meiner Mutter und meinen Brüdern gehört, höchst wahrscheinlich sind sie alle längst gestorben, da bereits zwanzig Jahre seit der Abreise meines Vaters verflossen sind (hom. XII. 4—11). Auf die Bitten einiger Begleiter unternimmt Petrus am folgenden Tage einen Ausflug nach der Insel Aradus; während die Übrigen sich entfernen, um die Merkwürdigkeiten der Insel zu besehen, bleibt Petrus zurück und knüpft mit einer alten Frau, die am Wege bettelt, ein Gespräch an; diese, um ihre Schicksale befragt, erzählt, daß sie früher in glänzenden Verhältnissen gelebt, ihr Mann dem kaiserlichen Hause verwandt gewesen und sie drei Söhne gehabt habe. Wegen sündhafter Nachstellungen von Seite des Bruders ihres Mannes habe sie beschlossen, auf längere Zeit die Heimath zu verlassen und zu diesem Ende ein Traumgesicht vorgegeben. So sei sie mit ihren beiden ältesten Söhnen von Rom abgereist, um nach Athen zu gehen, habe aber Schiffbruch gelitten, in welchem sie allein gerettet und auf diese Insel verschlagen worden sei. Hier von einer Frau, deren Mann auf einer Seereise ertrunken sei, freundlich aufgenommen, habe sie lange Zeit gelebt; jetzt aber, da sowohl jene erkrankt, als auch sie selbst an beiden Händen gelähmt und zur Arbeit unfähig sei, müsse sie durch Betteln ihr Leben fristen (hom. XII. 12—18). So ergibt S. 107 sich, daß sie Matthidia, die todtgeglaubte Mutter des Clemens, sei, und es erfolgt die erste Scene des Wiedererkennens. Auf die Bitte der Matthidia gibt Petrus ihrer Wohlthäterin, wie ihr selbst, die Gesundheit wieder.
hom. XII. 4—11). Auf die Bitten einiger Begleiter unternimmt Petrus am folgenden Tage einen Ausflug nach der Insel Aradus; während die Übrigen sich entfernen, um die Merkwürdigkeiten der Insel zu besehen, bleibt Petrus zurück und knüpft mit einer alten Frau, die am Wege bettelt, ein Gespräch an; diese, um ihre Schicksale befragt, erzählt, daß sie früher in glänzenden Verhältnissen gelebt, ihr Mann dem kaiserlichen Hause verwandt gewesen und sie drei Söhne gehabt habe. Wegen sündhafter Nachstellungen von Seite des Bruders ihres Mannes habe sie beschlossen, auf längere Zeit die Heimath zu verlassen und zu diesem Ende ein Traumgesicht vorgegeben. So sei sie mit ihren beiden ältesten Söhnen von Rom abgereist, um nach Athen zu gehen, habe aber Schiffbruch gelitten, in welchem sie allein gerettet und auf diese Insel verschlagen worden sei. Hier von einer Frau, deren Mann auf einer Seereise ertrunken sei, freundlich aufgenommen, habe sie lange Zeit gelebt; jetzt aber, da sowohl jene erkrankt, als auch sie selbst an beiden Händen gelähmt und zur Arbeit unfähig sei, müsse sie durch Betteln ihr Leben fristen (hom. XII. 12—18). So ergibt S. 107 sich, daß sie Matthidia, die todtgeglaubte Mutter des Clemens, sei, und es erfolgt die erste Scene des Wiedererkennens. Auf die Bitte der Matthidia gibt Petrus ihrer Wohlthäterin, wie ihr selbst, die Gesundheit wieder. Noch an demselben Tage segeln Petrus, Clemens, Matthidia mit den übrigen Begleitern nach Antaradus zurück. Petrus knüpft an die Bitte der Matthidia verschiedene Belehrungen (hom. XII. 19—33). Von Antaradus geht die Reise weiter über Balanäa, Palkus, Gabala nach Laodicea, wo sie mit Aquila und Nicetas wieder zusammentreffen. Beide sind, wie sich jetzt offenbart, die vermeintlich bei jenem Schiffbruch ertrunkenen Brüder des Clemens
Sie waren in der Nacht, in welcher das Schiff scheiterte, von Seeräubern gefangen genommen und als Sclaven an eine Frau, Namens Justa, verkauft, von ihr aber an Kindes statt angenommen worden. Jetzt ist es sehnlichster Wunsch der Mutter, sogleich getauft zu werden, welchen aber Petrus erst dann erfüllen zu dürfen erklärt, wenn sie sich dazu durch ein eintägiges, gerade aus diesem Grunde übernommenes Fasten vorbereitet habe (hom. XIII. 1—12); den noch übrigen Theil des Tages redet Petrus über die Tugend der Keuschheit (hom. XIIl. 13—21). Ganz früh am folgenden Tage findet die Taufe der Matthidia im Meere statt.
Bemerkung des Magazin Gründers: Endlich! Es ist also Legal auch Menschen im Wille von Jesus Christus in einem Gewässer wie auch Meeren zu taufen. Das belegt mal wieder ein tiefes Gefühl in meiner Seele welches klar meint natürlich ist das so! Jedoch haben die Kirchen der Neuzeit das so illegalisiert das es von Fass, Becken, Fliesenraum taufen einige weitere noch mehr von der Natur getrennte Wege des Taufverfahrens gibt, andere werden aktiv Jahrzehnte lang ins Verfahren gezwungen um das Taufen zu verhindern ich sehe es dennoch nicht als unmöglich an, jedoch ist es auch nicht möglich das man im prinzip jemanden erschiessen müssen will um bei der Bundeswehr getauft zu werden, das schlimme ist ja das diese die mit der klaren Absicht nur getauft werden zu wollen dann an die Knarren mit Absicht des Mordes gehen ganz klar nicht im Wille von Jesus Christus sind, also Yuhhhuuuuu zum Glück gibt es Freie Gemeinden mit Anschluss an die Historische Faktenlage der Urgemeinde mit Jesus Christus auf seinem Weg vom Himmel auf Erde auf Erde zum Kreuz und vorallem immer das der gute Herr ein fabulöser Zimmermann von Beruf her ist.
Einleitung. 1
Davon, daß der hl. Clemens Briefe an die Jungfrauen geschrieben habe, berichten der hl. Epiphanius und der hl. Hieronymus; Ersterer sagt bezüglich der Ebioniten: „Sie benützen aber auch ein anderes Buch, das nämlich die Reisen Petri genannt und von Clemens verfaßt ist;

Mit shoutouts an Jovinianus
Da jeder Mensch Teil der Menschheit ist und die menschliche Natur von Natur aus sozial ist und als großes und natürliches Gut auch die Fähigkeit zur Freundschaft besitzt, wollte Gott aus diesem Grund alle Menschen aus einem einzigen Menschen erschaffen, damit sie in ihrer Gemeinschaft nicht nur durch die Ähnlichkeit ihrer Art, sondern auch durch das Band der Verwandtschaft verbunden seien. Daher ist das erste natürliche Band der menschlichen Gemeinschaft Mann und Frau. Gott hat diese auch nicht jeweils für sich allein erschaffen und sie als von Geburt an Fremde miteinander verbunden, sondern Er hat den einen aus der anderen erschaffen und dabei auch ein Zeichen für die Kraft der Vereinigung in der Seite gesetzt, aus der sie entnommen und geformt wurde. 1 Denn sie sind Seite an Seite miteinander verbunden, die gemeinsam gehen und gemeinsam dorthin blicken, wohin sie gehen. Darauf folgt die Verbindung der Gemeinschaft in den Kindern, die die einzig würdige Frucht nicht der Vereinigung von Mann und Frau, sondern des Geschlechtsverkehrs ist. Denn es wäre möglich, dass es bei beiden Geschlechtern auch ohne einen solchen Geschlechtsverkehr eine gewisse freundschaftliche und wahre Vereinigung gäbe, bei der der eine herrscht und der andere gehorcht.
Es ist nun auch nicht notwendig, dass wir dieser Frage nachgehen und eine endgültige Meinung dazu äußern, woher die Nachkommen der ersten Menschen stammen könnten, die Gott gesegnet hatte mit den Worten: „Seid fruchtbar und vermehrt euch und füllt die Erde!“ 1, wenn sie nicht gesündigt hätten, da ihre Körper durch die Sünde den Tod verdient hatten und es keinen Geschlechtsverkehr geben kann, außer zwischen sterblichen Körpern. Denn zu diesem Thema gab es zahlreiche und unterschiedliche Meinungen; und wenn wir prüfen müssen, welche davon eher mit der Wahrheit der Heiligen Schrift übereinstimmt, gibt es Anlass für eine ausführliche Erörterung. 2 Ob sie also, hätten sie nicht gesündigt – ohne Geschlechtsverkehr, auf irgendeine andere Weise –, Söhne gehabt hätten, durch die Gabe des allmächtigen Schöpfers, der fähig war, auch sie selbst ohne Eltern zu erschaffen, der fähig war, das Fleisch Christi im Schoß einer Jungfrau zu formen, und (um es sogar den Ungläubigen selbst zu sagen) der den Bienen ohne Geschlechtsverkehr Nachkommen schenken konnte; oder ob vieles im Sinne eines Geheimnisses und eines Bildes gesagt wurde und wir das Geschriebene in einem anderen Sinn verstehen sollen: „Füllt die Erde und herrscht über sie“; das heißt, dass es durch die Fülle und Vollkommenheit des Lebens und der Kraft geschehen sollte, sodass gerade die Vermehrung und die Ausbreitung, von der es heißt: „Vermehrt euch und vermehrt euch“, als Fortschritt des Geistes und Fülle der Tugend verstanden wird, wie es im Psalm heißt: „Du wirst mich in meiner Seele durch Tugend vermehren“; 3 und dass die Fortpflanzung dem Menschen erst gegeben wurde, nachdem aufgrund der Sünde fortan der Tod als Scheiden vom Leben vorgesehen war; oder ob der Leib bei diesen Menschen noch nicht geistlich geworden war, sondern zunächst tierisch, damit er durch das Verdienst des Gehorsams später geistlich werden und die Unsterblichkeit erlangen könnte – nicht nach dem Tod, der durch die Bosheit des Teufels in die Welt gekommen war und zur Strafe für die Sünde geworden war; sondern nach jener Verwandlung, die der Apostel andeutet, wenn er sagt: „Dann werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen auf den Wolken entrückt werden, um Christus in der Luft zu begegnen“, 4 damit wir sowohl verstehen, dass jene Körper des ersten Paares bei ihrer ersten Erschaffung sterblich waren, als auch, dass sie nicht gestorben wären, hätten sie nicht gesündigt, wie Gott es angedroht hatte: so wie wenn Er eine Wunde androhen würde, da der Körper wundbar war; was jedoch nicht geschehen wäre, wenn nicht das getan worden wäre, was Er verboten hatte. So hätten sich also sogar durch Geschlechtsverkehr Generationen solcher Körper entwickeln können, die bis zu einem gewissen Punkt Zuwachs erfahren hätten, ohne jedoch ins hohe Alter zu gelangen; oder sogar ins hohe Alter, aber nicht in den Tod; bis die Erde von dieser Vermehrung des Segens erfüllt gewesen wäre. Denn wenn Gott den Gewändern der Israeliten 5 vierzig Jahre lang ihren ursprünglichen Zustand ohne jeglichen Verschleiß gewährte, um wie viel mehr würde Er den Körpern derer, die Seinem Gebot gehorchten, eine gewisse höchst glückliche Beschaffenheit von beständigem Zustand gewähren, bis sie zum Besseren verwandelt würden – nicht durch den Tod des Menschen, wodurch der Körper von der Seele verlassen wird, sondern durch eine selige Verwandlung von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit, von einer tierischen zu einer geistigen Beschaffenheit. Welche dieser Ansichten wahr sind oder ob sich aus diesen Worten noch andere ableiten lassen, wäre eine langwierige Angelegenheit, die es zu ergründen und zu erörtern gilt.
Wir sagen nun Folgendes: Entsprechend diesem Zustand des Geborenwerdens und Sterbens, den wir kennen und in dem wir geschaffen wurden, ist die Ehe zwischen Mann und Frau etwas Gutes; ein Bund, den die Heilige Schrift so sehr lobt, dass es weder einer Frau, die von ihrem Mann verstoßen wurde, gestattet ist, wieder zu heiraten, solange ihr Mann lebt, noch einem Mann, der von seiner Frau verstoßen wurde, gestattet ist, eine andere zu heiraten, es sei denn, diejenige, die sich von ihm getrennt hat, sei gestorben. Was also das Gute der Ehe betrifft, das auch der Herr im Evangelium bestätigt hat – nicht nur dadurch, dass er verbot, eine Frau zu verstoßen, 1 außer wegen Unzucht, sondern auch dadurch, dass er auf Einladung zu einer Hochzeit kam, 2–, so gibt es guten Grund zu fragen, aus welchem Grund sie ein Gutes ist. Und dies scheint mir nicht nur wegen der Zeugung von Kindern der Fall zu sein, sondern auch wegen der natürlichen Gemeinschaft selbst zwischen den Geschlechtern. Andernfalls würde man es im Falle alter Menschen nicht mehr Ehe nennen, insbesondere wenn sie entweder Söhne verloren hätten oder keine geboren hätten. Doch nun lebt in einer guten, wenn auch betagten Ehe, obwohl die Glut der Blütezeit zwischen Mann und Frau erloschen ist, so lebt doch die Ordnung der Nächstenliebe zwischen Mann und Frau in voller Kraft weiter: Denn je besser sie sind, desto früher haben sie im gegenseitigen Einvernehmen begonnen, sich des Geschlechtsverkehrs miteinander zu enthalten; nicht, dass es später eine Notwendigkeit sein sollte, nicht mehr die Kraft zu haben, das zu tun, was sie wollten, sondern dass es ein Grund zum Lob sein sollte, von Anfang an nicht bereit gewesen zu sein, das zu tun, wozu sie die Kraft hatten. Wenn also die Treue in der Ehre und in den gegenseitigen Pflichten beider Geschlechter gewahrt bleibt, bleibt die Keuschheit 3 fortbestehen, auch wenn die Glieder beider Geschlechter schwach und fast leichenhaft sind, doch die Seelen sind gebührend miteinander verbunden; und diese Keuschheit ist umso reiner, je mehr sie sich bewährt hat, und umso sicherer, je ruhiger sie ist. Ehen haben auch den Vorteil, dass fleischliche oder jugendliche Unbeherrschtheit, auch wenn sie verwerflich ist, bei der Zeugung von Kindern einem ehrbaren Zweck zugeführt wird, damit aus dem Übel der Begierde die eheliche Verbindung etwas Gutes hervorbringen kann. Zweitens darin, dass die fleischliche Begierde gezügelt wird und in bescheidenerer Weise wütet, da sie durch elterliche Zuneigung gemildert wird. Denn es schwingt eine gewisse Ernsthaftigkeit in der glühenden Lust mit, wenn Mann und Frau, während sie sich aneinander schmiegen, im Sinn haben, dass sie Vater und Mutter sind.
Hinzu kommt noch, dass in eben jener Schuld, die Eheleute einander schulden – selbst wenn sie diese mit etwas zu großer Unmäßigkeit und Zügellosigkeit einfordern –, sie einander dennoch Treue schulden. Dieser Treue räumt der Apostel ein so großes Recht ein, dass er sie als „Macht“ bezeichnet, indem er sagt: „Die Frau hat keine Macht über ihren eigenen Leib, sondern der Mann; ebenso hat auch der Mann keine Macht über seinen eigenen Leib, sondern die Frau.“ 1 Die Verletzung dieses Treuegebots wird jedoch als Ehebruch bezeichnet, wenn entweder auf Veranlassung der eigenen Begierde oder durch Einwilligung in die Begierde eines anderen von beiden Seiten Geschlechtsverkehr mit einem Dritten gegen den Ehevertrag stattfindet: und so wird das Treueversprechen gebrochen, das selbst in den körperlichen und niederen Dingen ein großes Gut der Seele ist; und daher ist es gewiss, dass es sogar der Gesundheit des Körpers vorgezogen werden sollte, in dem ja unser Leben selbst enthalten ist. Denn obwohl ein wenig Spreu im Vergleich zu viel Gold fast nichts ist, ist doch der Glaube, wenn er in einer Sache der Spreu ebenso rein bewahrt wird wie im Gold, nicht deshalb geringer, weil er in einer geringeren Sache bewahrt wird. Wird der Glaube jedoch dazu missbraucht, Sünde zu begehen, wäre es seltsam, wenn wir ihn noch als Glauben bezeichnen müssten; doch welcher Art er auch immer sein mag: Wird die Tat gegen ihn begangen, ist sie umso schlimmer; es sei denn, man gibt ihn aus diesem Grund auf, damit eine Rückkehr zum wahren und rechtmäßigen Glauben erfolgen kann, das heißt, damit die Sünde durch die Korrektur der Willensverirrung wiedergutgemacht wird. So als ob jemand, der allein nicht in der Lage ist, einen Menschen zu berauben, einen Komplizen für seine Missetat fände und mit ihm vereinbarte, dies gemeinsam zu tun und die Beute zu teilen; und nachdem das Verbrechen begangen worden ist, würde er die gesamte Beute für sich allein einbehalten. Der andere beklagt sich und meckert, dass man ihm gegenüber das Wort nicht gehalten habe; doch gerade in seiner Klage sollte er bedenken, dass er selbst vielmehr dem menschlichen Zusammenleben durch ein gutes Leben Treue hätte erweisen und keinen Menschen ungerecht berauben sollen, wenn er spürt, mit welch großer Ungerechtigkeit man ihm selbst in einer Gemeinschaft der Sünde das Wort nicht gehalten hat. Wahrlich, der Erstere, der in beiden Fällen treulos war, muss zweifellos als der Bösere beurteilt werden. Hätte er sich jedoch über das von ihnen begangene Unrecht geärgert und wäre er aus diesem Grund nicht bereit gewesen, die Beute mit seinem Komplizen zu teilen, damit sie dem Mann zurückgegeben werden könne, dem sie entnommen worden war, würde ihn nicht einmal ein treuloser Mensch als treulos bezeichnen. So ist eine Frau, die, nachdem sie ihren Ehetreuebruch begangen hat, ihrem Ehebrecher treu bleibt, zweifellos böse; bleibt sie jedoch nicht einmal ihrem Ehebrecher treu, ist sie noch schlimmer. Wenn sie zudem ihre Sünde bereut, zur ehelichen Keuschheit zurückkehrt und allen ehebrecherischen Vereinbarungen und Vorsätzen entsagt, fände ich es seltsam, wenn selbst der Ehebrecher sie als treulos betrachten würde.
Auch wird häufig die Frage gestellt, ob es als Ehe zu bezeichnen ist, wenn ein Mann und eine Frau, von denen keiner der Ehemann und die andere nicht die Ehefrau eines anderen ist, nicht zur Zeugung von Kindern, sondern aus Unkeuschheit zum bloßen Geschlechtsverkehr zusammenkommen, wobei zwischen ihnen die Übereinkunft besteht, dass weder er es mit einer anderen Frau noch sie mit einem anderen Mann tut. 1 Und vielleicht kann dies nicht ohne Grund als Ehe bezeichnet werden, 2wenn es der Entschluss 3 beider Parteien bis zum Tod eines der beiden ist und wenn sie die Zeugung von Kindern, obwohl sie nicht aus diesem Grund zusammenkamen, dennoch nicht meiden, sodass sie entweder nicht unwillig sind, Kinder zu bekommen, oder gar durch böswillige Handlungen Mittel anwenden, damit diese nicht geboren werden. Wenn jedoch eines oder beide dieser Elemente fehlen, sehe ich nicht, wie wir dies als Ehe bezeichnen könnten. Denn wenn ein Mann sich eine Frau für eine gewisse Zeit zu sich nimmt, bis er eine andere findet, die seiner Ehre oder seines Vermögens würdig ist, um sie als seine Gleichgestellte zu heiraten, so ist er in seinem Innersten ein Ehebrecher, und zwar nicht gegenüber derjenigen, die er zu finden begehrt, sondern gegenüber derjenigen, mit der er so zusammenliegt, dass er mit ihr nicht die Gemeinschaft eines Ehemanns eingeht. Daraus folgt, dass auch sie selbst, da sie dies weiß und will, zweifellos unkeusch handelt, wenn sie mit ihm den Geschlechtsverkehr hat, mit dem sie keinen Ehevertrag geschlossen hat. Wenn sie ihm jedoch die Treue im Ehebett bewahrt und, nachdem er geheiratet hat, selbst keinen Gedanken an eine Ehe hegt und sich darauf vorbereitet, sich von jeglicher dergleichen Handlung gänzlich fernzuhalten, würde ich es vielleicht nicht leichtfertig wagen, sie eine Ehebrecherin zu nennen; doch wer soll sagen, dass sie nicht sündigt, wenn er weiß, dass sie mit einem Mann Geschlechtsverkehr hat, ohne dessen Ehefrau zu sein? Aber darüber hinaus: Wenn sie aus diesem Geschlechtsverkehr, soweit es sie selbst betrifft, keinen anderen Wunsch hat als Söhne und alles, was über den Zweck der Zeugung hinausgeht, widerwillig erträgt; so gibt es viele verheiratete Frauen, denen sie vorzuziehen ist; die, obwohl sie keine Ehebrecherinnen sind, dennoch ihre Ehemänner – die zum größten Teil ebenfalls Enthaltsamkeit üben möchten – dazu zwingen, die fleischlichen Pflichten zu erfüllen, nicht aus Kinderwunsch, sondern aus lüsterner Glut, wobei sie ihr eigenes Recht maßlos ausnutzen; in deren Ehen jedoch gerade diese Tatsache, dass sie verheiratet sind, ein Segen ist. Denn zu diesem Zweck sind sie verheiratet, damit die Begierde, unter ein rechtmäßiges Band gebracht, nicht formlos und zügellos umhertreibe; von sich aus hat sie die Schwäche des Fleisches, die nicht gezügelt werden kann, aus der Ehe aber die Gemeinschaft des Glaubens, die nicht aufgelöst werden kann; von sich aus die Übergriffe maßlosen Geschlechtsverkehrs, aus der Ehe einen Weg zur keuschen Zeugung. Denn obwohl es schändlich ist, einen Ehemann zum Zwecke der Begierde nutzen zu wollen, ist es doch ehrenhaft, den Geschlechtsverkehr nur mit einem Ehemann zu wollen und Kinder nur von einem Ehemann zu gebären. Es gibt auch Männer, die so zügellos sind, dass sie ihre Frauen selbst dann nicht schonen, wenn diese schwanger sind. Was auch immer also Unanständiges, Schamloses, Niederträchtiges Verheiratete miteinander tun, ist die Sünde der Personen selbst, nicht die Schuld der Ehe.

Ich frage mich jedoch: Wenn es zulässig ist, sich von einer Ehefrau scheiden zu lassen, die Ehebruch begangen hat, ist es dann auch zulässig, nach der Scheidung eine andere Frau zu heiraten? Denn die Heilige Schrift stellt uns in dieser Angelegenheit vor ein schwieriges Problem, da der Apostel sagt, dass eine Ehefrau auf Geheiß des Herrn ihren Ehemann nicht verlassen soll; hat sie ihn jedoch verlassen, soll sie unverheiratet bleiben oder sich mit ihrem Ehemann versöhnen; 1Gewiss sollte sie jedoch nur einen Ehemann verlassen, der Ehebruch begeht, und unverheiratet bleiben, damit sie, indem sie sich von einem Mann zurückzieht, der keinen Ehebruch begeht, diesen nicht zum Ehebruch verleitet. Aber vielleicht kann sie sich zu Recht mit ihrem Ehemann versöhnen, entweder weil er erträglich ist – falls sie sich nicht beherrschen kann – oder weil er sich inzwischen gebessert hat. Ich verstehe jedoch nicht, wie es einem Mann gestattet sein kann, eine andere Frau zu heiraten, wenn er eine Ehebrecherin verlassen hat, während es einer Frau nicht gestattet ist, einen anderen Mann zu heiraten, wenn sie einen Ehebrecher verlassen hat. Und da dies der Fall ist, ist das Band der Ehe zwischen den Ehepartnern so stark, dass es, obwohl es zum Zwecke der Fortpflanzung geschlossen wurde, nicht einmal zum Zwecke der Fortpflanzung aufgelöst wird. Denn es liegt in der Macht eines Mannes, eine unfruchtbare Frau zu verstoßen und eine andere zu heiraten, von der er Kinder haben kann. Und doch ist dies nicht erlaubt; ebenso wenig ist es heute, in unserer Zeit und nach römischem Brauch, erlaubt, eine weitere Ehe einzugehen, um mehr als eine lebende Ehefrau zu haben: Und sicherlich wäre es im Falle einer verlassenen Ehebrecherin oder eines verlassenen Ehebrechers möglich, dass weitere Kinder geboren würden, wenn entweder die Frau einen anderen Mann heiraten würde oder der Mann eine andere Frau. Und doch: Wenn dies nicht rechtmäßig ist, wie es die göttliche Regel zu vorschreiben scheint, wer könnte dann nicht dazu bewegt werden, über die Bedeutung dieser großen Stärke des Ehebundes nachzudenken? Ich glaube keinen Augenblick lang, dass dies von so großem Nutzen hätte sein können, wäre nicht aus diesem zerbrechlichen, sterblichen Zustand der Menschen ein gewisses Sakrament von größerer Bedeutung geschöpft worden, sodass es, wenn die Menschen es aufgeben und versuchen, es aufzulösen, als ihre Strafe unerschütterlich bleibt. Denn der Ehebund wird durch eine dazwischenkommende Scheidung nicht aufgehoben; so bleiben sie auch nach der Trennung einander Ehepartner und begehen Ehebruch mit denen, mit denen sie sich vereinigen, selbst nach ihrer eigenen Scheidung – sei es die Frau mit einem Mann oder der Mann mit einer Frau. Und doch ist es mit der Ehefrau anders, außer in der Stadt unseres Gottes, auf Seinem heiligen Berg. 2 Doch wer weiß nicht, dass die Gesetze der Heiden anders sind; dort heiratet, wenn eine Scheidung ohne ein dem Betroffenen bekanntes Vergehen eingeleitet wird, sowohl die Frau, wen sie will, als auch der Mann, wen er will. Und Mose scheint einen ähnlichen Brauch wegen der Hartnäckigkeit der Israeliten in Bezug auf die Scheidungsurkunde zugelassen zu haben. 3 In dieser Angelegenheit scheint der Text eher eine Zurechtweisung als eine Billigung der Scheidung zum Ausdruck zu bringen. 4
„Ehrenhaft“ bedeutet daher „Ehe in jeder Hinsicht und ein unbeflecktes Ehebett“. 1 Und wir bezeichnen dies nicht als ein Gut in dem Sinne, dass es im Vergleich zur Unzucht ein Gut wäre; sonst gäbe es zwei Übel, von denen das zweite schlimmer wäre; oder die Unzucht wäre ebenfalls ein Gut, weil Ehebruch schlimmer ist; denn es ist schlimmer, die Ehe eines anderen zu verletzen, als mit einer Hure zu verkehren; und Ehebruch wäre ein Gut, weil Inzest schlimmer ist; denn es ist schlimmer, mit der eigenen Mutter zu schlafen, als mit der Frau eines anderen Mannes; und bis wir zu jenen Dingen kommen, von denen, wie der Apostel sagt, „es ist eine Schande, überhaupt davon zu sprechen“, 2, wird alles im Vergleich zu dem, was schlimmer ist, gut sein. Doch wer kann bezweifeln, dass dies falsch ist? Daher sind Ehe und Unzucht nicht zwei Übel, von denen das zweite schlimmer ist; vielmehr sind Ehe und Enthaltsamkeit zwei Güter, von denen das zweite besser ist, so wie irdische Gesundheit und Krankheit nicht zwei Übel sind, von denen das zweite schlimmer ist; vielmehr sind Gesundheit und Unsterblichkeit zwei Güter, von denen das zweite besser ist. Auch sind Erkenntnis und Eitelkeit keine zwei Übel, von denen das zweite schlimmer ist; vielmehr sind Erkenntnis und Nächstenliebe zwei Güter, von denen das zweite besser ist. Denn „die Erkenntnis wird vergehen“, 3 sagt der Apostel; und doch ist sie für diese Zeit notwendig; aber „die Nächstenliebe wird niemals vergehen“. So wird auch diese sterbliche Fortpflanzung, um derentwillen die Ehe geschlossen wird, vergehen; die Enthaltsamkeit von jeglichem Geschlechtsverkehr hingegen ist eine engelgleiche Übung 4 und währt ewig. Doch so wie die Mahlzeiten der Gerechten besser sind als das Fasten der Gottlosen, so ist die Ehe der Gläubigen der Jungfräulichkeit der Gottlosen vorzuziehen. In diesem Fall wird jedoch nicht die Mahlzeit dem Fasten vorgezogen, sondern die Gerechtigkeit dem Gotteslästerer; ebenso wird in diesem Fall nicht die Ehe der Jungfräulichkeit vorgezogen, sondern der Glaube der Gottlosigkeit. Denn zu diesem Zweck nehmen die Gerechten, wenn es notwendig ist, ihre Mahlzeit zu sich, damit sie als gute Herren ihren Sklaven – das heißt ihren Körpern – das geben können, was gerecht und angemessen ist; zu diesem Zweck fasten die Gotteslästerer, damit sie den Teufeln dienen können. So heiraten die Gläubigen zu diesem Zweck, damit sie keusch mit ihren Ehemännern vereint sein können, während die Gottlosen zu diesem Zweck jungfräulich bleiben, damit sie fern vom wahren Gott Unzucht treiben können. So wie es gut war, was Martha tat, indem sie sich dem Dienst an den Heiligen widmete, so war es doch besser, was ihre Schwester Maria tat, die zu Füßen des Herrn saß und seinem Wort lauschte; so loben wir die Güte der Susanna 5 in ihrer ehelichen Keuschheit, doch schätzen wir die Güte der Witwe Anna 6 – und noch mehr die der Jungfrau Maria – höher ein. 7 Es war gut, was jene taten, die Christus und seine Jünger aus ihrem Besitz mit dem Nötigsten versorgten; aber es war besser, was jene taten, die all ihren Besitz zurückließen, damit sie freier seien, demselben Herrn zu folgen. Doch in beiden Fällen der Güte – sei es das, was jene Menschen taten, oder das, was Martha und Maria taten – hätte der bessere Weg nicht eingeschlagen werden können, ohne dass der andere beiseitegeschoben oder aufgegeben worden wäre. Daraus müssen wir verstehen, dass wir die Ehe nicht aus diesem Grund als etwas Böses betrachten dürfen; denn ohne auf sie zu verzichten, kann es keine Keuschheit einer Witwe oder jungfräuliche Reinheit geben. Denn weder war das, was Martha tat, aus diesem Grund böse – da sie das Bessere nicht hätte tun können, wenn ihre Schwester es nicht beiseite gelassen hätte –, noch ist es aus diesem Grund böse, einen Gerechten oder einen Propheten in seinem Haus aufzunehmen; denn wer Christus in Vollkommenheit nachfolgen will, sollte nicht einmal ein Haus besitzen, um das Bessere zu tun.
„Ehrenhaft“ bedeutet daher „Ehe in jeder Hinsicht und ein unbeflecktes Ehebett“. 1 Und wir bezeichnen dies nicht als ein Gut in dem Sinne, dass es im Vergleich zur Unzucht ein Gut wäre; sonst gäbe es zwei Übel, von denen das zweite schlimmer wäre; oder die Unzucht wäre ebenfalls ein Gut, weil Ehebruch schlimmer ist; denn es ist schlimmer, die Ehe eines anderen zu verletzen, als mit einer Hure zu verkehren; und Ehebruch wäre ein Gut, weil Inzest schlimmer ist; denn es ist schlimmer, mit der eigenen Mutter zu schlafen, als mit der Frau eines anderen Mannes; und bis wir zu jenen Dingen kommen, von denen, wie der Apostel sagt, „es ist eine Schande, überhaupt davon zu sprechen“, 2, wird alles im Vergleich zu dem, was schlimmer ist, gut sein. Doch wer kann bezweifeln, dass dies falsch ist? Daher sind Ehe und Unzucht nicht zwei Übel, von denen das zweite schlimmer ist; vielmehr sind Ehe und Enthaltsamkeit zwei Güter, von denen das zweite besser ist, so wie irdische Gesundheit und Krankheit nicht zwei Übel sind, von denen das zweite schlimmer ist; vielmehr sind Gesundheit und Unsterblichkeit zwei Güter, von denen das zweite besser ist. Auch sind Erkenntnis und Eitelkeit keine zwei Übel, von denen das zweite schlimmer ist; vielmehr sind Erkenntnis und Nächstenliebe zwei Güter, von denen das zweite besser ist. Denn „die Erkenntnis wird vergehen“, 3 sagt der Apostel; und doch ist sie für diese Zeit notwendig; aber „die Nächstenliebe wird niemals vergehen“. So wird auch diese sterbliche Fortpflanzung, um derentwillen die Ehe geschlossen wird, vergehen; die Enthaltsamkeit von jeglichem Geschlechtsverkehr hingegen ist eine engelgleiche Übung 4 und währt ewig. Doch so wie die Mahlzeiten der Gerechten besser sind als das Fasten der Gottlosen, so ist die Ehe der Gläubigen der Jungfräulichkeit der Gottlosen vorzuziehen. In diesem Fall wird jedoch nicht die Mahlzeit dem Fasten vorgezogen, sondern die Gerechtigkeit dem Gotteslästerer; ebenso wird in diesem Fall nicht die Ehe der Jungfräulichkeit vorgezogen, sondern der Glaube der Gottlosigkeit. Denn zu diesem Zweck nehmen die Gerechten, wenn es notwendig ist, ihre Mahlzeit zu sich, damit sie als gute Herren ihren Sklaven – das heißt ihren Körpern – das geben können, was gerecht und angemessen ist; zu diesem Zweck fasten die Gotteslästerer, damit sie den Teufeln dienen können. So heiraten die Gläubigen zu diesem Zweck, damit sie keusch mit ihren Ehemännern vereint sein können, während die Gottlosen zu diesem Zweck jungfräulich bleiben, damit sie fern vom wahren Gott Unzucht treiben können. So wie es gut war, was Martha tat, indem sie sich dem Dienst an den Heiligen widmete, so war es doch besser, was ihre Schwester Maria tat, die zu Füßen des Herrn saß und seinem Wort lauschte; so loben wir die Güte der Susanna 5 in ihrer ehelichen Keuschheit, doch schätzen wir die Güte der Witwe Anna 6 – und noch mehr die der Jungfrau Maria – höher ein. 7 Es war gut, was jene taten, die Christus und seine Jünger aus ihrem Besitz mit dem Nötigsten versorgten; aber es war besser, was jene taten, die all ihren Besitz zurückließen, damit sie freier seien, demselben Herrn zu folgen. Doch in beiden Fällen der Güte – sei es das, was jene Menschen taten, oder das, was Martha und Maria taten – hätte der bessere Weg nicht eingeschlagen werden können, ohne dass der andere beiseitegeschoben oder aufgegeben worden wäre. Daraus müssen wir verstehen, dass wir die Ehe nicht aus diesem Grund als etwas Böses betrachten dürfen; denn ohne auf sie zu verzichten, kann es keine Keuschheit einer Witwe oder jungfräuliche Reinheit geben. Denn weder war das, was Martha tat, aus diesem Grund böse – da sie das Bessere nicht hätte tun können, wenn ihre Schwester es nicht beiseite gelassen hätte –, noch ist es aus diesem Grund böse, einen Gerechten oder einen Propheten in seinem Haus aufzunehmen; denn wer Christus in Vollkommenheit nachfolgen will, sollte nicht einmal ein Haus besitzen, um das Bessere zu tun.
Wir müssen in der Tat bedenken, dass Gott uns einige Güter schenkt, die um ihrer selbst willen angestrebt werden sollen, wie Weisheit, Gesundheit und Freundschaft; andere hingegen sind notwendig, um etwas anderes zu erreichen, wie Bildung, Essen, Trinken, Schlaf, Ehe und Geschlechtsverkehr. Denn von diesen sind einige um der Weisheit willen notwendig, wie das Lernen; einige um der Gesundheit willen, wie Essen, Trinken und Schlaf; einige um der Freundschaft willen, wie die Ehe oder der Geschlechtsverkehr; denn daraus entsteht die Fortpflanzung der Menschheit, wobei freundschaftliche Gemeinschaft ein großes Gut ist. Wer also diese Güter, die um eines anderen willen notwendig sind, nicht zu dem Zweck nutzt, wofür sie bestimmt sind, der sündigt; in manchen Fällen leicht, in anderen schwer. Wer sie jedoch zu dem Zweck nutzt, wofür sie gegeben wurden, der handelt gut. Wer sie also nicht benötigt, tut besser daran, sie nicht zu nutzen. Darum tun wir gut daran, diese Güter zu begehren, wenn wir sie brauchen; doch tun wir besser daran, sie nicht zu begehren, als sie zu begehren: denn wir befinden uns in einem besseren Zustand, wenn wir sie nicht für notwendig erachten. Und aus diesem Grund ist es gut, zu heiraten, weil es gut ist, Kinder zu zeugen und Mutter einer Familie zu sein; doch ist es besser, nicht zu heiraten, 1 weil es besser ist, dieses Werk nicht zu benötigen, um der menschlichen Gemeinschaft selbst willen. Denn so ist der Zustand der Menschheit heute, dass (während andere, die sich nicht zurückhalten, nicht nur mit der Ehe beschäftigt sind, sondern viele auch durch ungesetzliche Konkubinatsebenen zügellos werden, wobei der gute Schöpfer aus ihrem Bösen das Gute hervorbringt) es nicht an zahlreicher Nachkommenschaft und reichlicher Nachfolge mangelt, aus der sich heilige Freundschaften gewinnen lassen. Daraus schließen wir, dass es in den Anfängen der Menschheit, vor allem zur Vermehrung des Volkes Gottes, durch das der Fürst und Erlöser aller Völker sowohl prophezeit werden sollte als auch geboren werden sollte, die Pflicht der Heiligen war, dieses Gut der Ehe zu nutzen – nicht, um es um seiner selbst willen anzustreben, sondern als etwas, das um eines anderen willen notwendig ist: Nun aber, da es, um in heilige und reine Gemeinschaft zu treten, von allen Seiten und aus allen Völkern eine überfließende Fülle geistlicher Verwandtschaft gibt, sollen selbst jene, die die Ehe nur um der Kinder willen eingehen wollen, ermahnt werden, lieber das größere Gut der Enthaltsamkeit zu nutzen.
Doch ich weiß, dass manche murren: Was, sagen sie, wenn alle Menschen auf jeglichen Geschlechtsverkehr verzichten würden, woher käme dann die Menschheit? Würden doch alle dies tun, und zwar nur aus „Nächstenliebe aus reinem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben“; 1 viel schneller würde die Stadt Gottes erfüllt und das Ende der Welt beschleunigt werden. Denn wozu ermahnt der Apostel, wie offensichtlich ist, sonst, wenn er zu diesem Thema sagt: „Ich wünschte, alle wären wie ich“; 2 oder in jener Stelle: „Das aber sage ich, Brüder: Die Zeit ist kurz; es bleibt also, dass sowohl die, die Frauen haben, so seien, als hätten sie keine, und die weinen, als weinten sie nicht, und die sich freuen, als freuten sie sich nicht, und die kaufen, als kauften sie nicht, und die diese Welt gebrauchen, als gebrauchten sie sie nicht. Denn die Gestalt dieser Welt vergeht. Ich möchte, dass ihr ohne Sorge seid.“ Dann fügt er hinzu: „Wer keine Frau hat, der denkt an die Dinge des Herrn, wie er dem Herrn gefallen kann; wer aber verheiratet ist, der denkt an die Dinge der Welt, wie er seiner Frau gefallen kann; und eine unverheiratete Frau und eine Jungfrau unterscheiden sich voneinander: die Unverheiratete sorgt sich um die Dinge des Herrn, um sowohl am Leib als auch im Geist heilig zu sein; die Verheiratete aber sorgt sich um die Dinge der Welt, wie sie ihrem Mann gefallen kann.“ 3 Daraus folgt mir, dass zur gegenwärtigen Zeit nur diejenigen heiraten sollten, die sich nicht beherrschen können, gemäß jenem Satz desselben Apostels: „Wenn sie sich aber nicht beherrschen können, sollen sie heiraten; denn es ist besser zu heiraten, als zu brennen.“ 4
Und doch ist die Ehe für diese selbst keine Sünde; wäre sie im Vergleich zur Unzucht gewählt worden, wäre sie zwar eine geringere Sünde als die Unzucht, aber dennoch eine Sünde. Was sollen wir nun aber gegen die ganz klare Aussage des Apostels einwenden, der sagt: „Sie möge tun, was sie will; sie sündigt nicht, wenn sie verheiratet ist“ 1 und: „Wenn du eine Frau genommen hast, hast du nicht gesündigt; und wenn eine Jungfrau verheiratet wurde, sündigt sie nicht.“ 2 Daher ist es sicherlich nicht zulässig, jetzt daran zu zweifeln, dass die Ehe keine Sünde ist. Deshalb lässt der Apostel die Ehe nicht als Gegenstand der „Vergebung“ zu: 3denn wer kann bezweifeln, dass es äußerst absurd ist zu sagen, dass diejenigen nicht gesündigt haben, denen „Vergebung“ gewährt wird. Er lässt jedoch als Gegenstand der „Vergebung“ jenen Geschlechtsverkehr zu, der aus Unbeherrschtheit geschieht, nicht allein zur Zeugung von Kindern und zuweilen gar nicht zur Zeugung von Kindern; und es ist nicht so, dass die Ehe dies erzwingt, sondern dass sie dafür Vergebung verschafft; vorausgesetzt jedoch, es geschehe nicht in einem solchen Übermaß, dass es die Zeiten behindert, die als Gebetszeiten reserviert sein sollten, noch dass es in jene widernatürliche Nutzung umgewandelt werde, über die der Apostel nicht schweigen konnte, als er von den übermäßigen Verirrungen unreiner und gottloser Menschen sprach. Denn der zur Zeugung notwendige Geschlechtsverkehr ist frei von Tadel und allein der Ehe würdig. Was jedoch über diese Notwendigkeit hinausgeht, folgt nicht mehr der Vernunft, sondern der Begierde. 4Und doch gehört es zum Wesen der Ehe, dies nicht zu erzwingen, sondern es dem Partner zu gewähren, damit der andere nicht durch Unzucht verdammungswürdig sündigt. Sind jedoch beide einer solchen Begierde verfallen, tun sie das, was offensichtlich nicht Sache der Ehe ist. Wenn sie jedoch in ihrem Geschlechtsverkehr das Ehrbare mehr lieben als das Unehrbare, das heißt das, was Sache der Ehe ist, mehr als das, was nicht Sache der Ehe ist, so ist ihnen dies auf die Autorität des Apostels hin als Sache der Vergebung gestattet; und für dieses Vergehen haben sie in ihrer Ehe nicht das, was sie dazu verleitet, es zu begehen, sondern das, was um Vergebung dafür bittet, sofern sie die Barmherzigkeit Gottes nicht von sich weisen, sei es, indem sie an bestimmten Tagen nicht enthaltsam leben, um frei zum Gebet zu sein und durch diese Enthaltsamkeit, wie durch Fasten, ihre Gebete zu bekräftigen; oder indem sie den natürlichen Gebrauch in einen widernatürlichen verwandeln, was noch verwerflicher ist, wenn es im Fall von Ehemann oder Ehefrau geschieht.
Denn während jener natürliche Geschlechtsverkehr, wenn er über den Rahmen der Ehe hinausgeht, das heißt über die Notwendigkeit der Fortpflanzung hinaus, im Falle einer Ehefrau verzeihlich ist, im Falle einer Hure jedoch verwerflich ist; ist das, was gegen die Natur ist, im Falle einer Hure verabscheuungswürdig, im Falle einer Ehefrau jedoch noch verabscheuungswürdiger. So groß ist die Macht der Verordnung des Schöpfers und die Ordnung der Schöpfung, dass in den uns erlaubten Angelegenheiten selbst dann, wenn das gebührende Maß überschritten wird, dies weitaus erträglicher ist als ein einziger oder seltener Überschritt in den nicht erlaubten Angelegenheiten. Und daher ist in einer erlaubten Angelegenheit ein Mangel an Mäßigung bei einem Ehemann oder einer Ehefrau zu ertragen, damit die Begierde nicht in eine nicht erlaubte Angelegenheit ausbricht. Daher sündigt auch derjenige weit weniger, der seiner Frau noch so unaufhörlich nahekommt, als derjenige, der sich noch so selten nähert, um Unzucht zu begehen. Wenn aber der Mann das Glied der Frau für einen Zweck nutzen will, der dafür nicht erlaubt ist, ist die Frau schändlicher, wenn sie dies in ihrem eigenen Fall zulässt, als wenn es im Fall einer anderen Frau geschieht. Daher ist der Schmuck der Ehe die Keuschheit bei der Zeugung und die Treue bei der Erfüllung der fleischlichen Pflichten: Dies ist das Werk der Ehe, das der Apostel gegen jeden Vorwurf verteidigt, indem er sagt: „Auch wenn du eine Frau genommen hast, hast du nicht gesündigt; und wenn eine Jungfrau geheiratet hat, sündigt sie nicht“; und: „Sie soll tun, was sie will; sie sündigt nicht, wenn sie verheiratet ist.“ 1 Ein über das Maß hinausgehendes Verlangen nach den Rechten des einen oder anderen Geschlechts ist jedoch, aus den oben genannten Gründen, den Verheirateten als Verzeihliches zugestanden.
Was er also sagt: „Die Unverheiratete denkt an die Dinge des Herrn, damit sie sowohl am Leib als auch im Geist heilig sei“, dürfen wir nicht so verstehen, als sei eine keusche christliche Ehefrau am Leib nicht heilig. Denn zu allen Gläubigen wurde gesagt: „Wisst ihr nicht, dass eure Leiber ein Tempel des Heiligen Geistes sind, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?“ 1 Daher sind auch die Leiber der Verheirateten heilig, solange sie einander und Gott treu bleiben. Und dass diese Heiligkeit eines jeden von ihnen selbst einem ungläubigen Partner nicht im Wege steht, sondern vielmehr, dass die Heiligkeit der Ehefrau dem ungläubigen Ehemann zugutekommt und die Heiligkeit des Ehemanns der ungläubigen Ehefrau zugutekommt, bezeugt derselbe Apostel mit den Worten: „Denn der ungläubige Mann ist durch die gläubige Frau geheiligt, und die ungläubige Frau ist durch den gläubigen Mann geheiligt.“ 2 Das wurde also im Hinblick auf die größere Heiligkeit der Unverheirateten gegenüber den Verheirateten gesagt, wofür auch ein größerer Lohn gebührt, da das eine zwar gut, das andere aber ein größeres Gut ist: insofern sie auch nur den einen Gedanken hat, wie sie dem Herrn gefallen kann. Denn es ist nicht so, dass eine gläubige Frau, die die eheliche Keuschheit bewahrt, nicht daran denkt, wie sie dem Herrn gefallen kann; aber sicherlich in geringerem Maße, da sie an die Dinge der Welt denkt, wie sie ihrem Mann gefallen kann. Denn genau das würde er über sie sagen, dass sie sich in gewisser Weise durch die Ehe verpflichtet sehen, an die Dinge der Welt zu denken, wie sie ihren Männern gefallen können.
Und nicht ohne triftigen Grund wird der Zweifel geäußert, ob er dies über alle verheirateten Frauen gesagt hat oder über solche, von denen es so viele gibt, dass man fast alle als solche betrachten könnte. Denn auch das, was er über unverheiratete Frauen sagt: „Die Unverheiratete denkt an die Dinge des Herrn, damit sie heilig sei an Leib und Geist“ 1, gilt nicht für alle unverheirateten Frauen; denn es gibt gewisse Witwen, die in Vergnügungen leben. Was jedoch eine gewisse Unterscheidung und sozusagen ein eigenes Merkmal der Unverheirateten und Verheirateten betrifft: So wie jene den größten Hass verdient, die sich zwar der Ehe enthält – 2 das heißt, einer erlaubten Sache –, sich aber nicht von Verfehlungen fernhält, sei es von Luxus, Hochmut, Neugier oder Geschwätz; so trifft man selten eine verheiratete Frau an, die im Gehorsam des Ehelebens keinen anderen Gedanken hat, als Gott zu gefallen, indem sie sich nicht mit geflochtenem Haar, Gold, Perlen und kostbaren Gewändern schmückt, 3 sondern, wie es Frauen gebührt, die sich zur Frömmigkeit bekennen, durch ein gutes Lebenswandel. Solche Ehen beschreibt wahrlich auch der Apostel Petrus, indem er ein Gebot erteilt. „Ebenso“, sagt er, „sollen die Frauen ihren eigenen Männern gehorchen; damit, selbst wenn einige dem Wort nicht gehorchen, sie ohne Worte durch das Verhalten der Frauen gewonnen werden, wenn sie eure Ehrfurcht und euer keusches Leben sehen: dass sie sich nicht äußerlich schmücken mit Haarlocken oder mit Gold oder mit prächtigen Gewändern; sondern mit dem verborgenen Menschen eures Herzens, in der ungebrochenen Beständigkeit eines stillen und bescheidenen Geistes, der auch vor dem Herrn reich ist. Denn so schmückten sich einst gewisse heilige Frauen, die auf den Herrn hofften, indem sie ihren eigenen Männern gehorchten: wie Sara Abraham gehorchte und ihn Herr nannte; deren Töchter seid ihr geworden, wenn ihr Gutes tut und euch nicht durch irgendeine eitle Furcht erschrecken lasst. Eheleute, lebt ebenso in Frieden und Keuschheit mit euren Frauen; ehrt sie als das schwächere und unterordnete Gefäß, als Miterben der Gnade, und sorgt dafür, dass eure Gebete nicht behindert werden.“ 4 Ist es denn wirklich so, dass solche Ehen keinen Gedanken an die Dinge des Herrn haben, daran, wie man dem Herrn gefallen kann? Aber sie sind sehr selten: Wer bestreitet das schon? Und da sie nun einmal so selten sind, wurden fast alle, die so sind, nicht miteinander verbunden, um so zu sein, sondern wurden, nachdem sie bereits miteinander verbunden waren, erst so.
Für welche christlichen Männer unserer Zeit, die frei von ehelichen Bindungen sind und die Kraft besitzen, auf jeglichen Geschlechtsverkehr zu verzichten, da sie erkennen, dass dies nun, wie geschrieben steht, „eine Zeit“ ist, „nicht zum Umarmungen, sondern zur Enthaltsamkeit“, 1, würden nicht lieber die Enthaltsamkeit als Junggesellen oder Witwer wählen, als (da nun keine Verpflichtung mehr aus der Pflicht gegenüber der menschlichen Gesellschaft besteht) die Leiden des Fleisches zu ertragen, ohne die Ehen nicht geschlossen werden können (lassen wir hier andere Dinge unerwähnt, die der Apostel auslässt)? Wenn sie sich jedoch, von Begierde beherrscht, miteinander vereinigt haben und diese später überwunden haben – da es nicht gestattet ist, das Ehebündnis aufzulösen, so wie es gestattet war, es nicht einzugehen –, werden sie zu dem, was die Form der Ehe bekundet, sodass sie entweder im gegenseitigen Einvernehmen zu einem höheren Grad an Heiligkeit aufsteigen oder, falls nicht beide so sind, derjenige, der es ist, nicht derjenige sein wird, der das Fällige einfordert, sondern es gewährt, wobei er in allen Dingen eine keusche und fromme Harmonie aufrechterhält. Doch in jenen Zeiten, als das Geheimnis unserer Erlösung noch in prophetischen Sakramenten verhüllt war, gingen selbst jene, die bereits vor der Ehe so waren, dennoch aus der Pflicht zur Zeugung von Kindern eine Ehe ein – nicht vom Verlangen überwältigt, sondern von Frömmigkeit geleitet; und wäre ihnen eine solche Wahl gegeben worden, wie sie in der Offenbarung des Neuen Testaments gegeben wurde, als der Herr sprach: „Wer dies annehmen kann, der nehme es an“, 2zweifelt niemand daran, dass sie bereit gewesen wären, es sogar mit Freude anzunehmen – wer aufmerksam liest, wird erkennen, welchen Gebrauch sie von ihren Frauen machten, zu einer Zeit, als es einem Mann auch gestattet war, mehrere zu haben, die er mit größerer Keuschheit behandelte, als heute irgendjemand seine einzige Frau behandelt; von diesen, denen der Apostel, wie wir sehen, eine Ausnahme gewährt. 3 Denn sie hatten sie zum Zweck der Fortpflanzung, nicht „in der Leidenschaft der Begierde, wie die Heiden, die Gott nicht kennen“. 4 Und dies ist eine so große Sache, dass es vielen Menschen heute leichter fällt, ihr ganzes Leben lang auf jeglichen Geschlechtsverkehr zu verzichten, als – wenn sie in der Ehe gebunden sind – Selbstbeherrschung zu üben und sich ausschließlich zum Zweck der Kindererzeugung zu vereinigen. Wahrlich, wir haben viele Brüder und Miterben des himmlischen Erbes beider Geschlechter, die zölibatär leben, seien es solche, die die Ehe ausprobiert haben, oder solche, die gänzlich frei von solchen Beziehungen sind: Wahrlich, sie sind unzählbar; doch in unseren vertraulichen Gesprächen mit ihnen – seien sie verheiratet oder solche, die es einst waren – wen haben wir jemals erklären hören, er habe niemals Geschlechtsverkehr mit seiner Frau gehabt, außer in der Hoffnung auf eine Empfängnis? Was also die Apostel den Verheirateten gebieten, gehört zur Ehe; was sie jedoch aus Nachsicht gestatten oder was das Gebet behindert, zwingt die Ehe nicht, sondern duldet es.
Sollte es also zufällig geschehen (ob dies möglich ist, weiß ich nicht; und ich halte es eher für unmöglich; doch falls es zufällig geschehen sollte), dass ein Mann sich für eine gewisse Zeit eine Konkubine genommen hat und ausschließlich aus diesem Geschlechtsverkehr Söhne gezeugt hat, so ist diese Verbindung selbst gegenüber der Ehe jener Frauen, die dies tun, nicht vorzuziehen; das ist eine Sache, die Vergebung verdient. 1 Denn wir müssen bedenken, was zur Ehe gehört, und nicht, was zu solchen Frauen gehört, die heiraten und die Ehe mit weniger Maß halten, als sie sollten. Denn weder rechtfertigt jemand Raub, wenn er unrechtmäßig und widerrechtlich erworbene Ländereien so nutzt, dass er aus deren Erträgen großzügige Almosen gibt; noch sollen wir, wenn ein anderer aus Habgier einen Nachlass hütet, den er geerbt oder rechtmäßig erworben hat, deswegen die Regel des Zivilrechts tadeln, durch die er zum rechtmäßigen Eigentümer wird. Ebenso wenig verdient die Unrechtmäßigkeit einer tyrannischen Rebellion Lob, wenn der Tyrann seine Untertanen mit königlicher Milde behandelt; ebenso wenig verdient die Ordnung der königlichen Macht Tadel, wenn ein König mit tyrannischer Grausamkeit wütet. Denn es ist eine Sache, ungerechte Macht gut ausüben zu wollen, und eine andere, gerechte Macht ungerecht auszuüben. So machen auch zeitweise genommene Konkubinen, wenn sie dies zum Zwecke der Sohngeburt tun, ihr Konkubinat nicht rechtmäßig; ebenso wenig bringen verheiratete Frauen, wenn sie zügellos mit ihren Ehemännern leben, einen Vorwurf gegen die Ordnung der Ehe vor.
Es ist offensichtlich, dass eine Ehe zwischen Personen geschlossen werden kann, die ursprünglich unrechtmäßig vereint waren, vorausgesetzt, es folgt ein rechtmäßiger Beschluss. Eine Ehe jedoch, die ein für alle Mal in der Stadt unseres Gottes geschlossen wurde – wo die Ehe bereits von der ersten Vereinigung der beiden, des Mannes und der Frau, an einen gewissen sakramentalen Charakter besitzt –, kann in keiner Weise aufgelöst werden, außer durch den Tod eines der beiden. Denn der Ehebund bleibt auch dann in Kraft, wenn eine Familie – um derentwillen er geschlossen wurde – aufgrund offensichtlicher Unfruchtbarkeit nicht zustande kommt; so dass es verheirateten Personen, selbst wenn sie wissen, dass sie keine Kinder haben werden, dennoch nicht gestattet ist, sich zu trennen – auch nicht um der Kinder willen – und sich anderen anzuschließen. Und sollten sie dies tun, begehen sie Ehebruch mit denen, denen sie sich anschließen, bleiben aber selbst weiterhin Mann und Frau. Offensichtlich war es bei den alten Vätern zulässig, dass eine Ehefrau mit ihrer Zustimmung eine andere Frau aufnahm, damit von dieser Söhne geboren würden, die beiden gehören würden – durch den Geschlechtsverkehr und den Samen des einen, aber durch das Recht und die Autorität des anderen: Ich möchte nicht voreilig beurteilen, ob dies heute noch zulässig ist. Denn heute besteht nicht mehr die Notwendigkeit, Kinder zu zeugen, wie es damals der Fall war, als – selbst wenn die Ehefrauen Kinder gebaren – es erlaubt war, weitere Ehefrauen zu heiraten, um eine zahlreichere Nachkommenschaft zu gewährleisten, was heute sicherlich nicht mehr rechtmäßig ist. Denn der Unterschied zwischen den Zeiten verleiht der richtigen Zeit eine so große Macht in Bezug auf Gerechtigkeit und das Tun oder Unterlassen einer Sache, dass es heute für einen Mann besser ist, nicht einmal eine einzige Frau zu heiraten, es sei denn, er ist unfähig, Selbstbeherrschung zu üben. Damals jedoch heirateten sie sogar mehrere, ohne dafür getadelt zu werden, selbst jene, die sich ohne die Frömmigkeit, die damals andere Anforderungen an sie stellte, viel leichter hätten beherrschen können. Denn so wie der weise und gerechte Mensch, 1 der sich nun nach dem Tod sehnt, damit er bei Christus sein kann, und größere Freude am Besten findet, nun Nahrung zu sich nimmt – nicht aus dem Wunsch heraus, hier zu leben, sondern aus der Pflicht, nützlich zu sein 2 –, damit er im Fleisch verbleibe, was um der anderen willen notwendig ist; so war auch der Geschlechtsverkehr mit Frauen innerhalb der Ehe für die heiligen Männer jener Zeit eine Pflicht und keine Frage des Verlangens.
Was die Nahrung für den Erhalt des Menschen ist, das ist der Geschlechtsverkehr für den Erhalt der Gattung; und beides ist nicht ohne fleischliche Wonne; doch da diese gemildert und durch die Zurückhaltung der Enthaltsamkeit auf den naturgemäßen Gebrauch beschränkt wird, kann sie keine Wollust sein. 1 Was aber die unerlaubte Nahrung für den Erhalt des Lebens ist, das ist der Geschlechtsverkehr in Form von Unzucht oder Ehebruch für die Gründung einer Familie. Und was unzulässige Nahrung im Luxus für Bauch und Kehle ist, das ist dieser unzulässige Geschlechtsverkehr in der Begierde, die keine Familie anstrebt. Und was der übermäßige Appetit einiger bei zulässiger Nahrung ist, das ist jener Geschlechtsverkehr, der Gegenstand der Vergebung ist, bei Mann und Frau. So wie es daher besser ist, an Hunger zu sterben, als Dinge zu essen, die Götzen geopfert wurden, so ist es besser, kinderlos zu sterben, als durch unzulässigen Geschlechtsverkehr eine Familie zu gründen. Doch aus welcher Quelle auch immer Menschen geboren sein mögen: Wenn sie nicht den Lastern ihrer Eltern folgen und Gott recht verehren, werden sie ehrbar und sicher sein. Denn der Same des Menschen, aus welcher Art von Mensch er auch stammen mag, ist Gottes Schöpfung, und es wird denen schlecht ergehen, die ihn missbrauchen; doch wird er selbst zu keiner Zeit böse sein. Doch so wie die guten Söhne von Ehebrechern kein Rechtfertigungsgrund für Ehebruch sind, so sind auch die bösen Söhne von Verheirateten kein Vorwurf gegen die Ehe. Darum wurden die Väter der Zeit des Neuen Testaments, die aus der Pflicht zur Selbsterhaltung Nahrung zu sich nahmen – obwohl sie dies mit natürlicher fleischlicher Wonne taten –, in keiner Weise mit der Wonne derer verglichen, die sich von Opfergaben ernährten, oder mit derer, die, obwohl die Nahrung erlaubt war, sie doch im Übermaß zu sich nahmen; ebenso nutzten die Väter der Zeit des Alten Testaments aus der Pflicht zur Selbsterhaltung den Geschlechtsverkehr; und doch ist ihre natürliche Wonne, die keineswegs in unvernünftige und unrechtmäßige Begierde ausartete, weder mit der Niedertracht der Unzucht noch mit der Unmäßigkeit von Verheirateten zu vergleichen. Denn wahrlich, aus derselben Ader 2 der Nächstenliebe heraus – mal nach dem Geist, mal nach dem Fleisch – war es eine Pflicht, um der Mutter Jerusalem willen Söhne zu zeugen; doch es war nichts als der Unterschied der Zeiten, der die Taten der Väter unterschiedlich machte. Doch so war es notwendig, dass selbst Propheten, die nicht nach dem Fleisch lebten, sich nach dem Fleisch vereinigten; ebenso wie es notwendig war, dass auch Apostel, die nicht nach dem Fleisch lebten, Nahrung nach dem Fleisch zu sich nahmen..
Daher können all jene Frauen, zu denen heute gesagt wird: „Wenn sie sich nicht beherrschen können, sollen sie heiraten, 1^“, nicht mit den heiligen Frauen jener Zeit verglichen werden, selbst wenn diese verheiratet waren. Die Ehe selbst dient bei allen Völkern demselben Zweck, nämlich Söhne zu zeugen; und wie auch immer deren Charakter später sein mag – die Ehe wurde dennoch zu diesem Zweck eingeführt, damit sie auf geordnete und ehrenhafte Weise geboren würden. Männer hingegen, die sich nicht beherrschen können, steigen sozusagen durch einen Schritt der Anständigkeit zur Ehe auf; jene hingegen, die zweifellos Selbstbeherrschung geübt hätten, wenn die Umstände jener Zeit es zugelassen hätten, sind in gewissem Sinne durch einen Schritt der Frömmigkeit zur Ehe hinabgestiegen. Und aus diesem Grund können diese Männer, obwohl die Ehen beider – soweit es sich um Ehen handelt, da sie der Fortpflanzung dienen – gleichermaßen gut sind, nach der Heirat nicht mit jenen Männern als Verheiratete verglichen werden. Denn letztere verfügen über das, was ihnen aufgrund der Ehrbarkeit der Ehe als Zugeständnis gewährt wird, auch wenn es nicht zur Ehe gehört; nämlich den Mehrwert, der über die Notwendigkeit der Fortpflanzung hinausgeht und den jene Männer nicht hatten. Aber selbst jene – wenn es heute welche gäbe –, die in der Ehe nichts anderes suchen oder begehren als das, wofür die Ehe eingesetzt wurde, können nicht mit diesen Männern gleichgesetzt werden. Denn im Falle der Ersteren ist selbst der Wunsch nach Söhnen fleischlich, während er im Falle der Letzteren geistlich war, da er dem damaligen Sakrament entsprach. Wahrlich, heute strebt niemand, der in der Frömmigkeit vollkommen ist, danach, Söhne zu zeugen, außer im geistlichen Sinne; doch damals war es das Werk der Frömmigkeit selbst, Söhne zu zeugen, sogar im fleischlichen Sinne: Denn die Fortpflanzung dieses Volkes war voller Verheißungen auf das, was kommen sollte, und war Teil der prophetischen Heilsordnung.
Daher können all jene Frauen, zu denen heute gesagt wird: „Wenn sie sich nicht beherrschen können, sollen sie heiraten, 1^“, nicht mit den heiligen Frauen jener Zeit verglichen werden, selbst wenn diese verheiratet waren. Die Ehe selbst dient bei allen Völkern demselben Zweck, nämlich Söhne zu zeugen; und wie auch immer deren Charakter später sein mag – die Ehe wurde dennoch zu diesem Zweck eingeführt, damit sie auf geordnete und ehrenhafte Weise geboren würden. Männer hingegen, die sich nicht beherrschen können, steigen sozusagen durch einen Schritt der Anständigkeit zur Ehe auf; jene hingegen, die zweifellos Selbstbeherrschung geübt hätten, wenn die Umstände jener Zeit es zugelassen hätten, sind in gewissem Sinne durch einen Schritt der Frömmigkeit zur Ehe hinabgestiegen. Und aus diesem Grund können diese Männer, obwohl die Ehen beider – soweit es sich um Ehen handelt, da sie der Fortpflanzung dienen – gleichermaßen gut sind, nach der Heirat nicht mit jenen Männern als Verheiratete verglichen werden. Denn letztere verfügen über das, was ihnen aufgrund der Ehrbarkeit der Ehe als Zugeständnis gewährt wird, auch wenn es nicht zur Ehe gehört; nämlich den Mehrwert, der über die Notwendigkeit der Fortpflanzung hinausgeht und den jene Männer nicht hatten. Aber selbst jene – wenn es heute welche gäbe –, die in der Ehe nichts anderes suchen oder begehren als das, wofür die Ehe eingesetzt wurde, können nicht mit diesen Männern gleichgesetzt werden. Denn im Falle der Ersteren ist selbst der Wunsch nach Söhnen fleischlich, während er im Falle der Letzteren geistlich war, da er dem damaligen Sakrament entsprach. Wahrlich, heute strebt niemand, der in der Frömmigkeit vollkommen ist, danach, Söhne zu zeugen, außer im geistlichen Sinne; doch damals war es das Werk der Frömmigkeit selbst, Söhne zu zeugen, sogar im fleischlichen Sinne: Denn die Fortpflanzung dieses Volkes war voller Verheißungen auf das, was kommen sollte, und war Teil der prophetischen Heilsordnung.
Und aus diesem Grund – so wie es einem Mann gestattet war, sogar mehrere Ehefrauen zu haben – war es einer Frau nicht gestattet, mehrere Ehemänner zu haben, nicht einmal zum Wohle der Familie, für den Fall, dass die Frau Kinder gebären konnte, der Mann jedoch nicht. Denn nach einem verborgenen Naturgesetz streben Dinge, die von höchster Bedeutung sind, danach, einzigartig zu sein; das Untergeordnete hingegen ist nicht nur einem einzigen untergeordnet, sondern – soweit es das System der Natur oder der Gesellschaft zulässt – sogar mehreren, ohne dass dies der Schönheit Abbruch tut. Denn so wie ein Sklave nicht mehrere Herren hat, so haben auch mehrere Sklaven nicht einen einzigen Herrn. So lesen wir nirgends, dass eine der heiligen Frauen zwei oder mehr lebenden Ehemännern gedient hätte; vielmehr lesen wir, dass viele Frauen einem einzigen Ehemann dienten, wenn die gesellschaftliche Ordnung 1 dieses Volkes es zuließ und die Umstände der Zeit es erforderten; denn dies widerspricht auch nicht dem Wesen der Ehe. Denn mehrere Frauen können von einem Mann schwanger werden; eine Frau hingegen kann nicht von mehreren schwanger werden (so ist die Natur der primären Kräfte): so wie viele Seelen zu Recht einem einzigen Gott unterworfen sind. Und aus diesem Grund gibt es keinen wahren Gott der Seelen außer dem Einen; eine Seele hingegen kann mit vielen falschen Göttern Unzucht treiben, wird aber keine Frucht bringen.
Da aber aus vielen Seelen im Jenseits eine einzige Stadt derer entstehen wird, die eine Seele und ein Herz 1 gegenüber Gott haben; und diese Vollkommenheit unserer Einheit wird im Jenseits, nach diesem Aufenthalt in einem fremden Land, bestehen, in dem die Gedanken aller weder voreinander verborgen bleiben noch in irgendeiner Angelegenheit gegeneinander stehen werden; aus diesem Grund ist das Sakrament der Ehe in unserer Zeit so auf einen Mann und eine Frau beschränkt worden, dass es nicht zulässig ist, jemanden zum Amtsträger der Kirche zu weihen, außer dem Ehemann einer einzigen Frau. 2 Und dies haben jene scharfsinniger erkannt, die der Meinung waren, dass auch derjenige nicht geweiht werden darf, 3 der als Katechumene oder als Heide 4 eine zweite Frau hatte. Denn es handelt sich um ein Sakrament, nicht um Sünde. Denn in der Taufe werden alle Sünden getilgt. Wer aber sagte: „Wenn du eine Frau genommen hast, hast du nicht gesündigt; und wenn eine Jungfrau geheiratet hat, sündigt sie nicht:“ 5 und: „Sie möge tun, was sie will, sie sündigt nicht, wenn sie verheiratet ist“, hat deutlich genug gemacht, dass die Ehe keine Sünde ist. Doch aufgrund der Heiligkeit des Sakraments kann eine Frau, auch wenn sie als Katechumene Gewalt erlitten hat, nach der Taufe nicht unter die Jungfrauen Gottes geweiht werden: so lag kein Widerspruch darin, anzunehmen, dass derjenige, der die Zahl von einer einzigen Ehefrau überschritten hatte, zwar keine Sünde begangen hatte, aber eine bestimmte vorgeschriebene Regel 6 eines Sakraments verloren hatte, das nicht für ein gutes Leben notwendig ist, sondern für das Siegel der kirchlichen Weihe; und so wie die vielen Ehefrauen der alten Väter unsere zukünftigen Kirchen aus allen Völkern symbolisierten, die einem einzigen Ehemann, Christus, unterworfen sind: so symbolisiert unser Hohepriester, 7der Mann einer einzigen Frau, die Einheit aus allen Völkern, die einem einzigen Ehemann, Christus, unterworfen ist: Dies wird dann vollendet sein, wenn Er die verborgenen Dinge der Finsternis enthüllt haben wird, 8und die Gedanken des Herzens offenbart haben wird, damit dann jeder Lob von Gott erhalte. Doch jetzt gibt es offensichtliche und verborgene Zwistigkeiten, selbst dort, wo die Liebe zwischen jenen ungebrochen ist, die künftig eins sein und in einem sein werden; diese Zwistigkeiten werden dann sicherlich nicht mehr bestehen. So wie also das Sakrament der Ehe mit mehreren in jener Zeit die Vielzahl symbolisierte, die künftig in allen Völkern der Erde Gott unterworfen sein sollte, so symbolisiert das Sakrament der Ehe mit einem in unserer Zeit die Einheit von uns allen, die Gott unterworfen sind und die künftig in einer himmlischen Stadt sein werden. Daher war es, ebenso wie es unrecht war, zwei oder mehr zu dienen, auch unrecht, von einem lebenden Ehemann in die Ehe mit einem anderen überzugehen; es war damals nicht rechtmäßig, ist es heute nicht rechtmäßig und wird es niemals rechtmäßig sein. Denn vom einen Gott abzufallen und sich in den ehebrecherischen Aberglauben eines anderen zu begeben, ist immer ein Übel. Deshalb taten unsere Heiligen nicht einmal um einer zahlreicheren Familie willen das, was der römische Cato angeblich getan haben soll, 9 nämlich seine Frau zu Lebzeiten aufzugeben, um sogar das Haus eines anderen mit Söhnen zu füllen. Denn wahrlich, in der Ehe mit einer einzigen Frau ist die Heiligkeit des Sakraments von größerem Wert als die Fruchtbarkeit des Leibes.
Wenn also selbst jene, die nur zum Zweck der Fortpflanzung, zu dem die Ehe eingerichtet wurde, in der Ehe vereint sind, nicht mit den Vätern verglichen werden, die ihre Söhne auf eine ganz andere Weise suchen als diese; da Abraham, als er aufgefordert wurde, seinen Sohn zu töten, furchtlos und hingebungsvoll seinen einzigen Sohn nicht verschonte, den er aus großer Verzweiflung erhalten hatte 1, außer dass er seine Hand zurückhielt, als Er es ihm verbot, auf dessen Befehl hin er sie erhoben hatte; bleibt zu prüfen, ob zumindest die enthaltsamen Menschen unter uns mit jenen Vätern verglichen werden können, die verheiratet waren; es sei denn, diese sind nun vielleicht jenen vorzuziehen, für die wir noch keine Vergleichspersonen gefunden haben. Denn in ihrer Ehe lag ein größeres Gut als das eigentliche Gut der Ehe; diesem ist zweifellos das Gut der Enthaltsamkeit vorzuziehen: denn sie suchten keine Söhne aus der Ehe heraus aufgrund jener Pflicht, von der diese geleitet werden, nämlich aus einem gewissen Bewusstsein der sterblichen Natur, die angesichts des Todes Nachkommen erfordert. Und wer leugnet, dass dies gut ist, der kennt Gott nicht, den Schöpfer aller guten Dinge, von den himmlischen bis hin zu den irdischen, von den unsterblichen bis hin zu den sterblichen. Aber auch die Tiere sind nicht gänzlich ohne dieses Gefühl der Fortpflanzung, vor allem die Vögel, deren Sorgfalt beim Nestbau uns sofort auffällt, ebenso wie eine gewisse Ähnlichkeit mit der Ehe, um gemeinsam Nachkommen zu zeugen und aufzuziehen. Doch jene Männer, deren Geist weit heiliger war, übertrafen diese Neigung der sterblichen Natur; deren Keuschheit in ihrer Art – da ihr, wie manche verstanden haben, die Anbetung Gottes hinzugefügt wurde – als dreißigfach fruchtbar dargestellt wird; die um Christi willen Söhne aus ihrer Ehe suchten; um Sein Geschlecht nach dem Fleisch von allen Völkern zu unterscheiden: so wie es Gott gefiel, zu verfügen, dass dies mehr als alles andere dazu dienen sollte, von Ihm zu prophezeien, indem vorhergesagt wurde, aus welchem Geschlecht und aus welchem Volk Er künftig im Fleisch kommen würde. Darum war es ein weit größeres Gut als die keuschen Ehen der Gläubigen unter uns, was Vater Abraham an seinem eigenen Oberschenkel erkannte, unter den er seinen Knecht die Hand legen ließ, damit dieser einen Eid bezüglich der Frau schwören möge, die sein Sohn heiraten sollte. Denn was bedeutete es wohl, als er seine Hand unter den Oberschenkel eines Mannes legte und beim Gott des Himmels schwor, 2, wenn nicht, dass in jenem Fleisch, das seinen Ursprung aus jenem Oberschenkel bezog, der Gott des Himmels kommen würde? Deshalb ist die Ehe ein Gut, in dem die Verheirateten umso besser sind, je mehr sie Gott mit größerer Keuschheit und Treue fürchten, besonders wenn sie die Söhne, die sie nach dem Fleisch begehren, auch nach dem Geist erziehen.
Auch die Tatsache, dass das Gesetz vorschreibt, sich selbst nach dem Geschlechtsverkehr mit der eigenen Ehefrau zu reinigen, bedeutet nicht, dass dies eine Sünde ist – es sei denn, es handelt sich um eine Sünde, die im Sinne der Vergebung geduldet wird, die aber, wenn sie außer Kontrolle gerät, das Gebet behindert. Da das Gesetz 1 jedoch vieles in Sakramenten und als Symbole für Zukünftiges darstellt, steht ein gewisser – sozusagen – materieller, formloser Zustand des Samens, der, nachdem er Gestalt angenommen hat, später den menschlichen Körper hervorbringt, als Zeichen für ein formloses und ungeformtes Leben; aus diesem formlosen Zustand muss der Mensch durch Form und die Disziplin der Erziehung gereinigt werden; als Zeichen dafür wurde die Reinigung nach der Ejakulation vorgeschrieben. Denn selbst im Schlaf geschieht dies nicht aus Sünde heraus. Und doch wurde auch in diesem Fall eine Reinigung vorgeschrieben. Oder, falls jemand dies ebenfalls als Sünde betrachtet und glaubt, es geschehe ausschließlich aus solcher Begierde heraus – was zweifellos falsch ist –, sind dann auch die gewöhnlichen Menstruationsblutungen der Frauen Sünden? Und doch gebot dasselbe alte Gesetz, dass sie durch Sühne von diesen gereinigt werden sollten; aus keinem anderen Grund als dem materiellen, formlosen Zustand selbst, der, wenn eine Empfängnis stattgefunden hat, sozusagen hinzugefügt wird, um den Körper aufzubauen; und aus diesem Grund sollte es, wenn es formlos fließt, nach dem Gesetz eine Seele symbolisieren, die ohne die Disziplin der Form ist, eine, die auf unschickliche Weise fließt und ungezügelt ist. Und dass dies eine Form annehmen sollte, ist gemeint, wenn das Gesetz die Reinigung eines solchen Ausflusses aus dem Körper vorschreibt. Schließlich: Was? Zu sterben – ist das auch eine Sünde? Oder die Toten zu begraben – ist das nicht auch eine gute Tat der Menschlichkeit? Und doch war auch in diesem Fall eine Reinigung erforderlich; denn selbst ein toter Körper, aus dem das Leben gewichen ist, ist keine Sünde, sondern symbolisiert die Sünde einer Seele, die von der Gerechtigkeit verlassen wurde. 2
Die Ehe, so sage ich, ist ein Gut und kann mit stichhaltigen Argumenten gegen alle Verleumdungen verteidigt werden. Was jedoch die Ehe der heiligen Väter betrifft, so frage ich nicht, welche Ehe, sondern welche Enthaltsamkeit ihr gleichgestellt ist; oder vielmehr nicht Ehe mit Ehe; denn sie ist in allen Fällen eine gleichwertige Gabe, die der sterblichen Natur der Menschen zuteilwird; sondern Menschen, die die Ehe nutzen – da ich keine finde, die mit anderen Menschen vergleichbar wären, die die Ehe in einem ganz anderen Geist nutzten –, müssen wir fragen, was enthaltsame Menschen als Vergleich mit diesen verheirateten Menschen zulassen. Es sei denn, Abraham hätte sich vielleicht um des Himmelreichs willen nicht der Ehe enthalten können – er, der um des Himmelreichs willen furchtlos sein einziges Unterpfand für Nachkommen opfern konnte, um dessentwillen ihm die Ehe lieb war!
Wahrlich, Enthaltsamkeit ist eine Tugend, nicht des Körpers, sondern der Seele. Doch die Tugenden der Seele zeigen sich manchmal im Handeln, manchmal verbergen sie sich in der Gewohnheit, so wie die Tugend des Martyriums durch das Ertragen von Leiden erstrahlte und offenbar wurde; doch wie viele gibt es von derselben Tugend des Geistes, denen die Prüfung fehlt, durch die das, was im Inneren ist, vor den Augen Gottes auch vor den Augen der Menschen offenbar werden kann, und zwar nicht, dass es für die Menschen erst zu existieren beginnt, sondern nur, dass es bekannt wird? Denn in Hiob war bereits Geduld vorhanden, die Gott kannte und für die Er Zeugnis ablegte; doch den Menschen wurde sie erst durch die Prüfung der Bedrängnis bekannt: 1 und was im Inneren verborgen lag, wurde nicht hervorgebracht, sondern offenbart durch das, was von außen über ihn hereinbrach. Auch Timotheus besaß zweifellos die Tugend der Enthaltsamkeit vom Wein, 2 die Paulus ihm nicht nahm, als er ihm riet, eine mäßige Menge Wein zu sich zu nehmen, „um seines Magens und seiner häufigen Gebrechen willen“; andernfalls hätte er ihm eine verhängnisvolle Lektion erteilt, dass um der Gesundheit des Körpers willen ein Verlust an Tugend in der Seele hingenommen werden müsse: da aber das, was er riet, ohne Beeinträchtigung dieser Tugend geschehen konnte, wurde dem Körper der Nutzen des Trinkens so freigestellt, dass die Gewohnheit der Enthaltsamkeit in der Seele fortbestand. Denn es ist die Gewohnheit selbst, durch die etwas getan wird, wenn es nötig ist; 3 wird es aber nicht getan, so kann es getan werden, nur besteht keine Notwendigkeit. Diese Gewohnheit, was die Enthaltsamkeit vom Geschlechtsverkehr betrifft, besitzen jene nicht, zu denen gesagt wird: „Wenn sie sich nicht beherrschen können, sollen sie heiraten.“ 4 Diese Gewohnheit besitzen jedoch jene, zu denen gesagt wird: „Wer empfangen kann, der empfange.“ 5 So haben vollkommene Seelen die irdischen Güter, die für etwas anderes notwendig sind, durch diese Gewohnheit der Enthaltsamkeit so genutzt, dass sie dadurch nicht an sie gebunden waren und dass sie dadurch auch die Kraft hatten, sie nicht zu nutzen, falls keine Notwendigkeit bestand. Und niemand nutzt sie gut, außer dem, der auch die Kraft hat, sie nicht zu nutzen. Viele üben zwar leichter Enthaltsamkeit, um nicht zu nutzen, als Mäßigung, um gut zu nutzen. Aber niemand kann sie weise nutzen, außer dem, der sie auch enthaltsam nicht nutzen kann. Aus dieser Gewohnheit heraus sagte auch Paulus: „Ich weiß, wie man im Überfluss lebt und wie man Mangel leidet.“ 6Denn Mangel zu leiden, ist das Los aller Menschen; aber zu wissen, wie man Mangel leidet, ist das Los der Großen. Ebenso: Wer kann nicht im Überfluss leben? Aber zu wissen, wie man im Überfluss lebt, können nur jene, die sich vom Überfluss nicht verderben lassen.
Damit jedoch besser verständlich wird, wie in einer Gewohnheit Tugend liegen kann, auch wenn sie nicht in der Tat selbst liegt, möchte ich ein Beispiel anführen, an dem kein katholischer Christ zweifeln kann. Denn dass unser Herr Jesus Christus in seiner fleischlichen Wirklichkeit Hunger und Durst verspürte, aß und trank, daran zweifelt niemand, der aufgrund des Evangeliums glaubt. Was fehlte ihm denn an der Tugend der Enthaltsamkeit von Speise und Trank, die ebenso groß war wie bei Johannes dem Täufer? „Denn Johannes kam, weder essend noch trinkend; und sie sagten: Er hat einen Dämon; der Menschensohn kam, sowohl essend als auch trinkend; und sie sagten: ‚Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder.‘ 1 Werden solche Dinge nicht auch gegen die aus Seinem Haus, unsere Väter, gesagt, wegen einer anderen Art des Umgangs mit irdischen Dingen, soweit es den Geschlechtsverkehr betrifft; ‚Siehe, lüsterne und unreine Männer, Liebhaber von Frauen und Unzucht?‘ Und doch war das bei ihm nicht wahr, obwohl es wahr war, dass er sich nicht wie Johannes des Essens und Trinkens enthielt, denn er selbst sagt ganz klar und wahrhaftig: ‚Johannes kam, ohne zu essen und zu trinken; der Menschensohn kam, aß und trank“; so trifft dies auch auf diese Väter nicht zu; obwohl nun der Apostel Christi gekommen ist, der weder verheiratet war noch Kinder zeugte, sodass die Heiden von ihm sagen: Er sei ein Zauberer; aber damals kam der Prophet Christi, der heiratete und Söhne zeugte, sodass die Manichäer von ihm sagen: Er sei ein frauenliebender Mann: „Und die Weisheit“, spricht Er, „ist durch ihre Kinder gerechtfertigt worden.“ 2 Was der Herr dort hinzufügte, nachdem Er so von Johannes und von Sich selbst gesprochen hatte: „Aber die Weisheit“, spricht Er, „ist durch ihre Kinder gerechtfertigt worden.“ Wer erkennt, dass die Tugend der Enthaltsamkeit zwar in der Gesinnung der Seele vorhanden sein sollte, sich aber in der Tat zeigen muss, je nach den Gegebenheiten und Zeiten; so wie sich die Tugend der Geduld der heiligen Märtyrer in der Tat zeigte; bei den übrigen aber, die ebenso heilig waren, in der Gesinnung lag. Darum gibt es, so wie es keinen Unterschied im Verdienst der Geduld zwischen Petrus, der litt, und Johannes, der nicht litt, gibt, auch keinen Unterschied im Verdienst der Enthaltsamkeit zwischen Johannes, der die Ehe nicht ausprobierte, 3 und Abraham, der Söhne zeugte. Denn sowohl das Zölibat des einen als auch der Ehestand des anderen dienten Christus als Soldaten, je nach den gegebenen Umständen; doch Johannes bewies Enthaltsamkeit auch in der Tat, Abraham hingegen nur in der Lebensweise.
Deshalb galt zu jener Zeit, als auch das Gesetz im Anschluss an die Tage der Patriarchen 1jeden als verflucht erklärte, der in Israel keinen Nachkommen zeugte – selbst den, der dazu fähig war, es aber nicht tat, obwohl er die Möglichkeit dazu hatte. Doch seit dem Zeitpunkt, da die Fülle der Zeit gekommen ist, 2damit gesagt werde: „Wer empfangen kann, der empfange“, 3 von jenem Zeitpunkt an bis zum heutigen Tag und von nun an bis zum Ende: Wer hat, der arbeite; wer nicht arbeiten will, der sage nicht fälschlicherweise, er habe. Und auf diese Weise sagen jene, die durch schlechten Umgang die guten Sitten verderben, 4 mit leerer und eitler List zu einem Christen, der Enthaltsamkeit übt und die Ehe ablehnt: „Was denn, bist du besser als Abraham?“ Doch soll er sich, wenn er dies hört, nicht beunruhigen; noch soll er es wagen zu sagen: „Besser“, noch soll er von seinem Vorsatz abfallen; denn das eine sagt er nicht wahrhaftig, das andere tut er nicht recht. Sondern er soll sagen: „Ich bin zwar nicht besser als Abraham, aber die Keuschheit des Unverheirateten ist besser als die Keuschheit in der Ehe; und Abraham lebte zwar in der Ehe keusch, doch hätte er auch ohne Ehe keusch leben können – doch zu jener Zeit war dies nicht angebracht.“ Aber mir fällt es leichter, auf die Ehe zu verzichten, die Abraham führte, als die Ehe so zu führen, wie Abraham sie führte; und deshalb bin ich besser als jene, die aufgrund geistiger Unbeherrschtheit nicht tun können, was ich tue; nicht aber besser als jene, die aufgrund zeitlicher Unterschiede nicht taten, was ich tue. Denn was ich jetzt tue, hätten sie besser getan, wenn es zu jener Zeit zu tun gewesen wäre; aber was sie taten, würde ich nicht so tun, selbst wenn es jetzt zu tun wäre. Oder, wenn er sich selbst so empfindet und weiß, dass er – da die Tugend der Enthaltsamkeit in seiner Geisteshaltung bewahrt und fortgeführt wird, falls er aus einer religiösen Pflicht heraus zum Gebrauch der Ehe übergegangen wäre – ein solcher Ehemann und ein solcher Vater sein sollte, wie Abraham es war; dann soll er es wagen, dem spitzfindigen Fragesteller eine klare Antwort zu geben und zu sagen: Ich bin zwar nicht besser als Abraham, nur in dieser Art der Enthaltsamkeit, an der es ihm nicht mangelte, auch wenn es nicht so erschien; aber ich bin so, da ich nichts anderes habe als er, aber etwas anderes tue. Das soll er klar sagen; denn selbst wenn er sich rühmen möchte, wird er kein Narr sein, da er die Wahrheit spricht. Sollte er sich jedoch zurückhalten, damit niemand mehr von ihm hält, als er an ihm sieht, 5 oder von ihm hört, so soll er den Knoten der Frage von seiner eigenen Person lösen und nicht auf den Menschen, sondern auf die Sache selbst eingehen und sagen: Wer so große Kraft besitzt, ist wie Abraham. Es mag jedoch sein, dass die Tugend der Enthaltsamkeit in den Gedanken dessen geringer ist, der die Ehe nicht nutzt, wie Abraham sie nutzte; dennoch ist sie größer als in den Gedanken dessen, der aus diesem Grund die Keuschheit der Ehe bewahrte, da er keine größere erreichen konnte. So soll auch die unverheiratete Frau, deren Gedanken bei den Dingen des Herrn sind, damit sie sowohl am Leib als auch im Geist heilig sei, 6wenn sie jenen schamlosen Fragesteller sagen hört: „Was, bist du denn besser als Sara?“, antworten: „Ich bin besser, aber nur im Vergleich zu jenen, denen die Tugend der Enthaltsamkeit fehlt, was ich von Sara nicht glaube; sie tat daher zusammen mit dieser Tugend, was der damaligen Zeit angemessen war, von der ich frei bin, damit auch in meinem Leib offenbar werde, was sie in ihrem Geist bewahrte.“
Wenn wir also die Dinge an sich vergleichen, können wir keineswegs daran zweifeln, dass die Keuschheit der Enthaltsamkeit besser ist als die eheliche Keuschheit, obwohl beide gut sind; wenn wir jedoch die Personen vergleichen, ist derjenige besser, der ein größeres Gut besitzt als der andere. Ferner besitzt derjenige, der ein größeres Gut derselben Art hat, auch das kleinere; wer aber nur das kleinere besitzt, hat sicherlich nicht das größere. Denn in sechzig sind auch dreißig enthalten, nicht aber sechzig in dreißig. Doch das Versäumnis, aus dem zu handeln, was man hat, liegt in der Verteilung der Pflichten, nicht im Mangel an Tugenden; denn ebenso wenig ist derjenige ohne das Gut der Barmherzigkeit, der keine Elenden findet, denen er barmherzig helfen könnte.
Und dazu kommt noch, dass Menschen in Bezug auf ein bestimmtes Gut nicht richtig miteinander verglichen werden können. Denn es kann vorkommen, dass der eine nicht das hat, was der andere hat, sondern etwas anderes besitzt, das als wertvoller anzusehen ist. Das Gut des Gehorsams ist besser als das der Enthaltsamkeit. Denn die Ehe wird an keiner Stelle durch die Autorität unserer Heiligen Schrift verurteilt, während Ungehorsam an keiner Stelle freigesprochen wird. Wenn uns also eine Jungfrau gegenübersteht, die im Begriff ist, jungfräulich zu bleiben, aber dennoch ungehorsam ist, und eine verheiratete Frau, die nicht jungfräulich bleiben konnte, aber dennoch gehorsam ist – welche sollen wir dann als die Bessere bezeichnen? Ist die eine weniger lobenswert, als wenn sie Jungfrau wäre, oder ist die andere tadelswürdig, obwohl sie Jungfrau ist? Wenn man also eine betrunkene Jungfrau mit einer nüchternen verheirateten Frau vergleicht, wer könnte da daran zweifeln, dass man das gleiche Urteil fällt? Wahrlich, Ehe und Jungfräulichkeit sind zwei Güter, von denen das eine größer ist; aber Nüchternheit und Trunkenheit sind, ebenso wie Gehorsam und Hartnäckigkeit, das eine gut und das andere böse. Doch ist es besser, alle Güter auch in geringerem Maße zu besitzen, als großes Gutes mit großem Bösen: denn auch bei den körperlichen Gütern ist es besser, die Statur des Zachäus bei guter Gesundheit zu haben, als die des Goliath bei Fieber.
Die richtige Frage lautet ganz klar nicht, ob eine in jeder Hinsicht ungehorsame Jungfrau mit einer gehorsamen verheirateten Frau verglichen werden soll, sondern eine weniger gehorsame mit einer gehorsameren: denn auch die Keuschheit in der Ehe ist ein Gut, wenn auch ein geringeres als die jungfräuliche. Wenn also die eine, die im Gut des Gehorsams umso weniger ist, je größer sie im Gut der Keuschheit ist, mit der anderen verglichen wird, so soll derjenige entscheiden, welche von beiden vorzuziehen ist, der zunächst die Keuschheit selbst und den Gehorsam vergleicht und erkennt, dass der Gehorsam in gewisser Weise die Mutter aller Tugenden ist. Und aus diesem Grund kann es Gehorsam ohne Jungfräulichkeit geben, denn Jungfräulichkeit ist eine Empfehlung, kein Gebot. Ich bezeichne jedoch jenen Gehorsam als Gehorsam, durch den Gebote befolgt werden. Und daher kann es Gehorsam gegenüber Geboten ohne Jungfräulichkeit geben, aber nicht ohne Keuschheit. Denn zur Keuschheit gehört es, keine Unzucht zu begehen, keinen Ehebruch zu begehen und sich nicht durch unrechtmäßigen Geschlechtsverkehr zu verunreinigen; und wer diese Dinge nicht beachtet, handelt entgegen den Geboten Gottes und wird aus diesem Grund aus der Tugend des Gehorsams ausgeschlossen. Es kann jedoch Jungfräulichkeit ohne Gehorsam geben, und zwar aus folgendem Grund: Denn es ist möglich, dass eine Frau, die den Rat zur Jungfräulichkeit erhalten und diese bewahrt hat, die Gebote missachtet; so wie wir viele heilige Jungfrauen gekannt haben, die geschwätzig, neugierig, trunksüchtig, streitsüchtig, habgierig und hochmütig waren: All dies widerspricht den Geboten und bringt einen um, so wie Eva selbst durch das Verbrechen des Ungehorsams. Darum ist nicht nur die Gehorsame der Ungehorsamen vorzuziehen, sondern auch eine gehorsamere verheiratete Frau einer weniger gehorsamen Jungfrau.
Aus diesem Gehorsam heraus war dieser Vater, der nicht ohne Ehefrau war, bereit, auf seinen einzigen Sohn zu verzichten, 1 und zwar auf den, den er selbst getötet hatte. Denn ich werde ihn nicht ohne triftigen Grund als einzigen Sohn bezeichnen, von dem er den Herrn sagen hörte: „In Isaak soll dir ein Nachkomme genannt werden. 2“ Wie viel eher hätte er es daher hinnehmen können, sogar ohne Ehefrau zu sein, wenn ihm dies geboten worden wäre? Darum ist es nicht ohne Grund, dass wir oft feststellen, dass manche beider Geschlechter, die sich jeglichen Geschlechtsverkehrs enthalten, nachlässig im Befolgen der Gebote sind, nachdem sie sich mit so großer Inbrunst daran gehalten haben, keine Gebrauch von den erlaubten Dingen zu machen. Wer zweifelt also daran, dass wir die Männer und Frauen unserer Zeit, die zwar frei von jeglichem Geschlechtsverkehr sind, aber in Bezug auf den Gehorsam unterlegen sind, zu Recht nicht mit der Vortrefflichkeit jener heiligen Väter und Mütter vergleichen, die Söhne zeugten: selbst wenn es diesen Männern an der geistigen Gesinnung gemangelt hätte, die in den Taten der Letzteren offensichtlich ist. Darum sollen diese dem Lamm folgen, die Knaben, die das neue Lied singen, wie es in der Offenbarung geschrieben steht: „die sich nicht mit Frauen befleckt haben“: 3 aus keinem anderen Grund als dem, dass sie Jungfrauen geblieben sind. Und sie sollen sich deswegen nicht für besser halten als die ersten heiligen Väter, die die Ehe sozusagen nach der Art der Ehe praktizierten. Denn wahrlich, der Gebrauch der Ehe ist derart, dass, wenn in ihr durch fleischlichen Verkehr etwas stattgefunden hat, das über die Notwendigkeit der Zeugung hinausgeht – auch wenn dies in einer Weise geschah, die Vergebung verdient –, eine Verunreinigung vorliegt. Denn was sühnt die Vergebung, wenn dieser Überschuss keinerlei Verunreinigung verursacht? Es wäre seltsam, wenn die Jungen, die dem Lamm folgen, von dieser Verunreinigung frei wären, es sei denn, sie blieben Jungfrauen.
Daher liegt das Wohl der Ehe in allen Völkern und bei allen Menschen in der Fortpflanzung und im Treuegebot; was jedoch das Volk Gottes betrifft, so liegt es auch in der Heiligkeit des Sakraments, weshalb es einer Frau, die ihren Ehemann verlässt – selbst wenn sie verstoßen wurde –, unzulässig ist, einen anderen zu heiraten, solange ihr Ehemann lebt, nein, nicht einmal zum Zwecke der Kindererzeugung; und da dies der einzige Grund ist, aus dem die Ehe geschlossen wird, wird das Ehebündnis nicht einmal dann aufgelöst, wenn genau das, wofür sie geschlossen wurde, nicht eintritt, es sei denn durch den Tod des Ehemanns oder der Ehefrau. Ebenso wie bei einer Priesterweihe, die stattfindet, um eine Gemeinde zu bilden: Auch wenn die Gemeinde nicht zustande kommt, bleibt doch das Sakrament der Weihe in den Geweihten bestehen; und wenn jemand aufgrund eines Vergehens aus seinem Amt entfernt wird, so bleibt ihm das Sakrament des Herrn, das ein für alle Mal auf ihn gelegt wurde, erhalten, wenn auch unter dem Vorbehalt der Verurteilung. Da die Ehe also zum Zweck der Zeugung von Kindern geschlossen wird, bezeugt der Apostel dies mit den Worten: „Ich will“, sagt er, „dass die jüngeren Frauen verheiratet sind.“ Und als ob man ihn fragen würde: „Zu welchem Zweck?“, fügte er sogleich hinzu: „um Kinder zu bekommen, um Mütter von Familien zu sein.“ Zum Glauben an die Keuschheit gehört jedoch der Ausspruch: „Die Frau hat keine Macht über ihren eigenen Leib, sondern der Mann; ebenso hat auch der Mann keine Macht über seinen eigenen Leib, sondern die Frau.“ 1 Zur Heiligkeit des Sakraments gehört aber der Satz: „Die Frau soll sich nicht von ihrem Mann trennen, sondern, falls sie sich getrennt hat, unverheiratet bleiben oder sich mit ihrem Mann versöhnen; und der Mann soll seine Frau nicht verstoßen.“ 2 All dies sind Güter, aufgrund derer die Ehe ein Gut ist: Nachkommenschaft, Glaube, Sakrament. Nun aber, in der heutigen Zeit, ist es gewiss besser und heiliger, keine Nachkommen nach dem Fleisch anzustreben und auf diese Weise eine gewisse beständige Freiheit von jedem derartigen Tun zu bewahren und sich in geistlicher Weise einem einzigen Ehemann, Christus, unterzuordnen; vorausgesetzt, dass die Menschen diese Freiheit so nutzen, wie es geschrieben steht, nämlich dass ihre Gedanken auf die Dinge des Herrn gerichtet sind und darauf, wie sie dem Herrn gefallen können; das heißt, dass sie stets auf die Enthaltsamkeit 3 bedacht sind, damit der Gehorsam in keiner Sache zu kurz komme: Und diese Tugend, als die Wurzel aller Tugenden und (wie man zu sagen pflegt) als der Schoß, und ganz offensichtlich allumfassend, übten die heiligen Väter der alten Zeit in der Tat aus; doch diese Enthaltsamkeit besaßen sie als Geisteshaltung. Die durch jenen Gehorsam, durch den sie gerecht und heilig waren und stets zu jedem guten Werk bereitstanden, dies gewiss auch tun würden, selbst wenn ihnen geboten worden wäre, auf jeglichen Geschlechtsverkehr zu verzichten. Denn wie viel leichter konnten sie auf Geheiß oder Ermahnung Gottes auf Geschlechtsverkehr verzichten, die als Akt des Gehorsams das Kind töten konnten, zu dessen Zeugung sie allein den Geschlechtsverkehr bedienten?
Und da dies nun einmal so ist, wurde den Ketzern – seien es nun Manichäer oder wer auch immer sonst – eine ausreichende und mehr als ausreichende Antwort gegeben, wenn sie den Vätern des Alten Testaments falsche Vorwürfe machen, sie hätten mehrere Frauen gehabt, und darin einen Beweis sehen, um sie der Unkeuschheit zu überführen: vorausgesetzt natürlich, dass sie erkennen, dass es keine Sünde ist, die weder gegen die Natur verstößt – da sie diese Frauen nicht aus Lüsternheit, sondern zur Zeugung von Kindern nutzten –, noch gegen den Brauch, da solche Dinge zu jener Zeit üblich waren, noch gegen ein Gebot, da sie durch kein Gesetz verboten waren. Diejenigen jedoch, die Frauen unrechtmäßig benutzten, werden entweder durch das göttliche Urteil in diesen Schriftstellen überführt, oder die Schriftstelle stellt sie uns als Vorbilder dar, die wir verurteilen und meiden sollen, nicht aber gutheißen oder nachahmen.
Denjenigen unter uns jedoch, die Ehefrauen haben, raten wir mit aller Kraft, dass sie es nicht wagen sollen, diese heiligen Väter nach ihrer eigenen Schwäche zu beurteilen und sich, wie der Apostel sagt, mit sich selbst zu vergleichen; 1 und daher, da sie nicht begreifen, wie große Kraft die Seele besitzt, wenn sie der Gerechtigkeit gegen die Begierden dient, dass sie sich nicht mit fleischlichen Regungen dieser Art abfindet oder zulässt, dass diese weitergehen oder bis zum Geschlechtsverkehr vordringen, über das zur Zeugung von Kindern Notwendige hinaus, soweit es die Ordnung der Natur, soweit es der Brauch und soweit es die gesetzlichen Vorschriften vorschreiben. Wahrlich, aus diesem Grund hegen die Menschen diesen Verdacht gegenüber jenen Vätern, da sie selbst entweder aus Unkeuschheit die Ehe gewählt haben oder ihre Frauen maßlos gebrauchen. Doch mögen diejenigen, die enthaltsam sind – seien es Männer, die nach dem Tod ihrer Frauen, oder Frauen, die nach dem Tod ihrer Ehemänner, oder beide, die sich im gegenseitigen Einvernehmen Gott Enthaltsamkeit gelobt haben –, wissen, dass ihnen in der Tat ein größerer Lohn zusteht, als die eheliche Keuschheit verlangt; sondern (was) die Ehen der heiligen Väter betrifft, die nach der Art der Prophezeiung vereint wurden, die weder im Geschlechtsverkehr etwas anderes suchten als Kinder, noch in den Kindern selbst etwas anderes als das, was das künftige Kommen Christi im Fleisch voranbringen sollte, sollen sie diese nicht nur im Vergleich zu ihrem eigenen Ziel nicht verachten, sondern sie ohne jeden Zweifel sogar ihrem eigenen Ziel vorziehen.
Auch die Jungen und Jungfrauen, die sich Gott in wahrer Keuschheit weihen, ermahnen wir vor allem anderen, sich bewusst zu sein, dass sie ihr Leben hier auf Erden mit umso größerer Demut bewahren müssen, je himmlischer das ist, was sie gelobt haben. Denn es steht geschrieben: „Wie groß du auch bist, so sehr sollst du dich in allen Dingen demütigen.“ 1Daher ist es unsere Aufgabe, etwas über ihre Größe zu sagen; ihre Aufgabe ist es, an große Demut zu denken. Deshalb sollen jene heiligen Väter und Mütter, die verheiratet waren – und denen diese, obwohl sie unverheiratet sind, nicht überlegen sind, aus dem Grund, dass sie, wären sie verheiratet, ihnen nicht gleichkämen –, ohne Zweifel wissen, dass sie alle anderen dieser Zeit übertreffen, seien sie nun verheiratet oder üben sie nach einer Eheprobe Enthaltsamkeit; nicht so sehr, wie Anna Susanna übertrifft, sondern so sehr, wie Maria beide übertrifft. Ich spreche von dem, was die heilige Keuschheit des Fleisches selbst betrifft; denn wer weiß nicht, welche anderen Verdienste Maria noch hat? Darum sollen sie diesem so hohen Ziel ein angemessenes Verhalten hinzufügen, damit sie die Gewissheit des überragenden Lohnes haben; in dem Wissen, dass ihnen selbst und allen gläubigen, geliebten und auserwählten Gliedern Christi, von denen viele aus dem Osten und aus dem Westen kommen, obwohl sie mit dem Licht der Herrlichkeit erstrahlen, das sich je nach ihren Verdiensten voneinander unterscheidet, gibt es doch diese große Gabe, die allen gemeinsam zuteilwird: im Reich Gottes mit Abraham, Isaak und Jakob zu sitzen, 2 die nicht um dieser Welt willen, sondern um Christi willen Ehemänner waren, um Christi willen Väter waren.
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Das scheint ein ziemlicher good read zu sein!
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